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| Haltung eines Collies |
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Das wichtigste Thema unserer Webseite, neben der eigentlichen Collie-Zucht, ist die richtige Haltung des Collies. Das Wort Haltung möchten wir als erstes etwas Genauer betrachten. Im Zusammenhang mit der Hundehaltung, denkt man da spontan an die eigenverantwortliche Sorge des Menschen für seinen oder seine Hunde. Kernaspekte der Tierhaltung sind die Ernährung, Pflege und Unterbringung des Tieres. Diese Aspekte sich bei jeder Tierart für welche ein Mensch die Verantwortung übernimmt identisch. Es gibt jedoch zusätzliche Aufgaben für den Halter je nach Art des Tieres. Wir müssen da unterscheiden zwischen der Haltung von Nutztieren, Wildtieren und Heimtieren. Zu letztere Art gehört der Hund, ein domestiziertes Wildtier das, wie kein anderes, die Nähe des Menschen gesucht hat. Diese einmalige Domestikation beruhte auf einem "Win-Win Verhältnis", beide Spezies (Mensch/Hund) profitierten gegenseitig von ihrer Annäherung und dies führte schon früh zu einer gegenseitigen Achtung, welche auch Heute noch die Grundlage für eine funktionierende "Teamarbeit" im täglichen Zusammenleben ist. Diese Sonderbeziehung zwischen Mensch und Hund, führt uns zur zweiten Bedeutung des Wortes Haltung. Haltung |
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bedeutet auch Gesinnung. Die Gesinnung ist die durch Werte Ethik und Moral bestimmte GrundHALTUNG eines Menschen und beschreibt die Denkweise welche schlussendlich zu seinen Handlungen, Zielsetzungen, Aussagen und Urteilen führt. Auf Französisch heisst Haltung „Contenance“, was auch die Gelassenheit und Besonnenheit in schwierigen Situationen der Interaktion und Kommunikation beinhaltet. Attribute die für die Teamarbeit mit einem Hund sicherlich Schlüsselbegriffe sind. Der Begriff Haltung hat für uns die gesamtheitliche Bedeutung, welche sowohl die Äussere-HALTUNG, wie auch Innere-HALTUNG im Umgang mit dem Collie beinhaltet. Die Innere-HALTUNG hat immer auch mit Verständnis zu tun. Das Verstehen eines Hundes setzt jedoch auch immer ein Grundwissen seiner Verhaltensmuster voraus, deshalb möchten wir uns mit dieser Thematik etwas auseinandersetzen. |
| Ethnologie - Verhaltenslehre |
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Die Verhaltensforschung/lehre bezeichnet man als „Ethologie“. Dieser Begriff leitet sich von den griechischen Worten „ Ethos “ (= Charakter, Geist, Moral, Eigenart) und „ Logos “ (= Wort, Sprache, Vernunft, Erklärung) ab. „Ethologie“ bedeutet also übersetzt „die Lehre vom Charakter“ (Quelle Wikipedia). Einige Grundlagen über die Ethologie des Hundes sind sicher eine wertvolle Hilfe in der Haltung eines Hundes. Einen grossen Einfluss auf die Haltung eines Collies hat seine Herkunft, in den ersten Wochen werden die Fundamente seines Wesens gelegt. Diese Erkenntnis hielt bereits vor über 2000 Jahren der römische Schriftsteller Marcus Terentius Varro in seinem Werk „Gespräche über die Landwirtschaft, Buch 2“, (Seite 164) fest. Er schrieb in diesem Buch, dass die richtige Auswahl des Hundezüchters die Grundlage für gute Schäferhunde ist:
„Zu achten hat man darauf, dass man nicht von Jägern oder Metzgern Hunde kauft, weil die einen zu träge sind, um dem Herdenvieh zu folgen, während die anderen, wenn sie einen Hasen oder einen Hirsch sehen, lieber ihm als den Schafen folgen werden. Darum ist entweder eine von Hirten gekaufte Hündin besser, die dazu abgerichtet wurde, Schafen zu folgen, oder aber eine, die überhaupt nicht abgerichtet gewesen ist. Ein Hund lässt sich nämlich ziemlich leicht zu irgend etwas abrichten, und es haftet die Abrichtung, die auf die Hirten abzielt, stärker als die, die auf die Herden geht." |
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Bild 1: Collie Haltung, äussere und innerer Haltung bilden ein "Yin und Yang" |
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Bild 2: Der römische Schriftsteller Marcus Terentius Varro und sein Buch „Gespräche über die Landwirtschaft, Buch 2“ (ISBN 3-534-11648-8) |
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Die Wichtigkeit der richtigen Haltung in den ersten Lebenswochen ist also schon seit Jahrhunderten bekannt und keine neue Erkenntnis von heutigen Hundepsychologen. Die Grundlagen für die meisten Lehren über die Sozialisation von Tieren erarbeitet dann aber der Österreichische Ethologe Konrad Lorenz. Er war einer der ersten Verhaltensforscher, welche die Periode der primären Sozialisation studierte und ihre enorme Wichtigkeit erkannte und dies dokumentieren konnte. Was Varro dem Sinn nach als Schäferweisheit niedergeschrieben hat, konnte Lorenz wissenschaftlich nachweisen. Berühmt wurden seine Studien mit Graugänsen, anhand deren er seine Theorien über Prägung und primäre Sozialisation verifizieren konnte. Er zeigte auf, dass die Sozialisation auf eine andere Spezies (in den Versuchen auf Lorenz selbst) in einer zeitlich genau festgelegten Phase ihrer Entwicklung zu einer "Prägung" der Gänse auf ihn führte. Im Fall der Gänse findet die soziale Bindung innerhalb weniger Minuten nach der Geburt statt. Als Nestflüchter ist diese Prägung Lebensnotwenig, denn sie laufen und Schwimmen bereits eine Stunde nach dem Schlüpfen im Schutze ihrer Mutter in der Natur herum. Für das verstehen der Grundlagen der hündischen Sozialisation sind aber die weniger bekannten Forschungen mit Dolen wichtig. Dolen sind bei ihrer Geburt nackt und hilflos, sie sind sogenannte Nesthocker ihre Sozialisation erfolgt später und immer Schrittweise. Hier haben wir parallelen zum Wolf und Hund. |
| Prägung oder Sozialisierung |
Der aufmerksame Leser hat bemerkt, dass ich bei den Gänsen von Prägung gesprochen haben und bei den Dolen von Sozialisation. Häufig werden diese Begriffe wild durchmischt und führt zum Teil zu völligen Widersprüchen und Unklarheiten. Im verhaltensbiologischen |
Sinne ist "Prägung" ein Vorgang der in einem sehr kurzen Zeitfenster stattfindet und bewirkt, dass ein Tier gegenüber einem ganz bestimmten Reiz automatisch auf eine ganz bestimmte Weise reagiert. Konrad Lorenz zeigte in seinen Versuchen auf, dass die frisch geschlüpften Gänseküken ihrer genetischen Vorgabe folgen und immer dem ersten grossen, beweglichen Objekt nachwatscheln, das sie nach dem Schlüpfen erblicken. Diese Prägungen ist unumkehrbar, da sie eine genetische Vorgabe ist. In einem sehr kurzen Zeitrahmen (kurz nach dem Schlüpfen) setzt sich das Bild von „Mama“ unwiderruflich in ihrem Gedächtnis fest. Egal ob „Mama“ die leibliche Mutti, ein Mensch oder sonst ein Gegenstand ist, der sich bewegt. Hunde verfügen über keine solchen genetischen Vorgaben. Aus diesem Gunde ist es grundsätzlich Falsch, im Zusammenhang mit der Entwicklung eines Hundes von Prägung zu sprechen. Der oft verwendete Begriff „Prägungsphase“ für die ersten Lebenswochen eines Hundes, ist somit auch eine Fehlformulierung, welche leider oft auch zu falschen Schlüssen in der Sozialisierung führt.
Wichtig ist, dass sie wissen, spricht jemand fälschlicherweise von Prägung so meint derjenige eigentlich Sozialisierung, Erfahrungen welche eine Spezies während dieser Sozialisierung macht, können sich natürlich sehr tief im Bewusstsein festsetzen und so äusserlich wie eine Prägung erscheinen. Im Gegensatz zur Prägung, sind jedoch solche „Sozialisierungs-Erfahrungen“, ob Positiv oder Negativ, nicht im genetischen Muster festgesetzt, sondern angelernt und somit auch veränderbar. Der Umfang und die Möglichkeiten der Sozialisierung sind bei allen Spezies unterschiedlich. Hier spielt die Lernfähigkeit einer Art eine grosse Rolle. |
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Bild 3: Der Österreichische Ethologe und Nobelpreisträger
Konrad Zacharias Lorenz
(Geboren 7. November 1903 in Wien ; † 27. Februar 1989)
(Bildquelle: Wikipedia)
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| Kritische Phase der Entwicklung |
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Nachdem wir den Begriff Prägung definiert haben, kehren wir zurück zu Konrad Lorenz. Bei seinen Studien der Aufzucht von Dolen, formulierte Lorenz das Konzept der kritischen Phasen in der Entwicklung der jungen Dolen. Sie haben, im Gegensatz zu den Gänsen, bei der Geburt geschlossene Ohren und Augen. Ihr Überleben hängt von der Fürsorge der Eltern ab, sie sind Nesthocker und bei ihnen bildet sich die soziale Bindung über einen Zeitraum von mehreren Wochen aus. Diese Sozialisierungszeit bezeichnete Lorenz als kritische Phase der Entwicklung. Die Entwicklung der Hundewelpen ähnelt da eher der Aufzucht der Dolen, auch sie sind in den ersten Wochen abhängig von der Mutter und werden schrittweise über einen längern Zeitraum sozialisiert. Je nach Spezies ist dieser Zeitraum unterschiedlich. |
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Bild 4: Die unterschiedliche zweite Entwicklungphase von Wolf und Hund. Die wegetative Phase ist ideisch 13 Tage, die primäre Sozialisationsphase jedoch beim Wolf 6 Tage und beim Hund 36 Tage. |
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Um dies unterschiedlichen Zeitrahmen der Sozialisation aufzuzeigen betrachten wir idealer weise den nächsten Verwarnten des Hundes, den Wolf. Einer der besten Kenner des Wolfsverhaltens war sicherlich der Verhaltensforscher Erik Zimen (1948 bis 2003). Ab 1971 war er Mitarbeiter von Lorenz am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen. Er erlangte einen grossen Bekanntheitsgrad durch sein Dokumentarfilme und Bücher, welche sicherlich grundlegend sind, für das Verstehen des Verhaltens von Wolf und Hund. Durch seine Beobachtungen wissen wir heute, dass beim Wolf das Angstverhalten (Gefahrenmeidung) bereits am 19. Lebenstag einsetzt, bei Hund jedoch erst um den 49.Tag. Dieses Wissen zeigt uns die Unterschiedlichkeit von Wolf und Hund. Bereits in der frühsten Entwicklung zeigen sie entscheidende Unterschiede. Die Dauer der Vegetative Phase (erster Lebensabschnitt bis zum offenen der Augen und Ohren) ist sowohl beim Wolf wie auch beim Hund identisch 13 Tage lang. Bei der primäre Sozialisation, sie dauert vom öffnen der Augen und Ohren bis zum Auftreten des Angstverhaltens (Gefahrenmeidung), sehen wir jedoch frappante Unterschiede. Beim Wolf dauert diese Phase 6 Tage, beim Hund sechs Mal länger, nämlich 36 Tage (Bild 4). |
| Primäre Sozialisation, ein epigenetischer Vorgang |
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Dies ist ein Hinweis, dass der Hund, auch nicht in Ansätzen, ein gezähmter Wolf ist, sondern sich als eine eigenständige Spezies entwickelt hat. Weiter gibt es einen Hinweis, dass die Domestikation des Hundes eher ein aufeinander zu gehen, von den zwei Spezies (Mensch/Wolf) war. Im Kapitel Selektion sind wir bereits darauf eingegangen und erhalten hier eine weitere Bestätigung. Es ist recht unwahrscheinlich, dass die Steinzeitmenschen einer Wölfin ihre Jungen in den ersten 3 Lebenswochen wegnehmen konnten um sie zu domestizieren. Dies wäre jedoch notwendig gewesen, denn nach 19. Lebenstag lässt sich ein Wolfswelpe nicht mehr an den Menschen gewöhnen, dies zeigen die Erfahrungen in diversen „Wolf-Parks“. Aus dieser Tatsache lässt sich die Wichtigkeit dieser Primären Sozialisationsphase für den Hund ableiten. Wir haben bei den Welpen rund 7 Wochen Zeit, um sie an zukünftige Sozialpartner zu gewöhnen. Nur zu diesen Partnern (Spezies), welche er in diesem Zeitraum kennen lernt, wird er ein entsprechendes Grundvertrauen aufbauen. Dieser tiefgreifende Entwicklungsvorgang verleitete dazu, von einem Prägungsvorgang zu sprechen. Erst die Entdeckung der Epigenetik korrigierte diese falsche Definition. Die Epigenetik beschäftigt sich mit den komplexen Mechanismen der Regulation unserer Gene. Bei epigenetischen Veränderungen bleibt die DNS-Seguenz unverändert, führt jedoch zu unterschiedlichen Ausprägungen. Dies geschieht durch die Veränderung der Aktivität der einzelnen Gene. Sehr vereinfacht kann man sich das Gen als Lichtschalter vorstellen, der ein oder ausgeschaltet sein kann, es bleibt jedoch derselbe Schalter, einzig die Auswirkung ist unterschiedlich, das Licht brennt oder brennt nicht. Ich möchte betonen, dass dies eine sehr, sehr Vereinfachte Darstellung der komplexen Vorgängen in der Epigenetik sind. Die Prägung ist ein rein genetisch gesteuerter Vorgang, die primäre Sozialisation ein epigentischer Vorgang. Beide sind tiefgreifend für das Verhalten einer Spezies und interessanterweise sind beide vererbbar. Der genetische DNS-Strang bleibt jedoch im Leben einer Spezies unveränderbar, (ausser durch massive Schädigungen von aussen z.b. Radioaktivität), Epigenetische Vorgänge können jedoch Lebenslang von Aussen beeinflusst werden. Dies ist der Grund, weshalb sich auch Eineiige-Zwillinge unterschiedlich entwickeln können, obwohl sie absolut identische DNS-Stränge haben. |
| Gehirnwachstum beim Hund |
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Die ersten Sieben Lebenswochen sind somit primär verantwortlich für das grundsätzliche Meideverhaltens eines Hundes. Es wird eine Bibliothek angelegt, welche Spezies zum sozialen Umfeld gehören und mit denen sie gefahrlos eine soziale Bindung eingehen können. Dieser Vorgang ist neben der genetischen Veranlagung, ein zweiter Grundbaustein für das Urvertrauen eines Hundes. Natürlich braucht es dazu positive Begegnungen. Ein wichtiger Grundsatz, der oft in Vergessenheit gerät. Es braucht den liebevollen Umgang ohne Stress, Hektik und Zwang. Sie werden einem Welpen keinen guten Dienst erweisen, ihn von Umweltsituation zu Umweltsituation zu hetzen. Leider geschieht dies sehr schnell und ein Welpe wird unbewusst überfordert, kommt in Stress und die noch so gut gemeinte Übung wird kontraproduktiv. Ein alter bewährte Faustregel besagt: Ein Welpe soll gemäss der Formel, pro Lebenswoche maximal durch 1 Minute „Arbeitsdauer“, gefordert werden. Das bedeutet in der 7. Woche sind das 7 Minuten „Aktion“ und danach Ruhe um das Erlebte zu verarbeiten. Wird der Welpe länger gefordert, führt dies schnell zur Überforderung und dementsprechend zu Stress und dies wiederum zu |
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Bild 5: Bei der Geburt beträgt das Geirnvolumen eines Welpen zwischen 8 und 10 % des Endvolumens. Mit 8 Wochen ca. 50-60%, in der 16. Woche ca. 80 und mit etwa mit einem Jahr 100%. |
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einem schlechten Erlebnis. Diese Regel ist gerade in den ersten Lebenswochen für die Verhaltensentwicklung essenziell. Dies hat vor allem mit dem schnellen Wachstum eines Welpen in den ersten Wochen zu tun. Es wachsen nicht nur die sichtbaren Körperteile, sondern vor allem auch das Gehirn. Das Gehirn nimmt im Vergleich zu andern Organen eine Sonderstellung ein. Bei der Geburt sind im Wesentlichen, bereits alle Hinzellen vorhanden, welche ein Hund seine Leben lang haben wird. Bei der Geburt beträgt das Hirnvolumen ca. 8-10% des Erwachsenenvolumens. Mit 16 Wochen hat es jedoch schon 80% des Endvolumens (Bild 5). 70% des Gehirnvolumens bilden sich somit in den ersten 4 Monaten. Kein anderer Körperteil wächst in dieser Zeit so schnell. Es wir in dieser Zeit einerseits Volumenmässig grösser und verändert sich zudem in seiner Struktur. Wie erwähnt besitzt das Welpengehirn bereits alle Gehirnzellen, die Volumenvergrösserung des Gehirns findet jedoch nicht durch ein wachsen der einzelnen Zelle satt, Es ist vielmehr das Ergebens der Bildung von Nervenverbindungen zwischen den Zellen. Bei der Geburt sind die Zellen noch sehr unvollständig verbunden, für eine sinnvolle Kommunikation zwischen diesen Zellen muss ein riesiges Netzwerk von Verbindungen hergestellt werden. Speziell in den ersten 16 Lebenswochen findet eine dramatische Entwicklung von Verbindungen statt, bei der die Basis der Gehirnstruktur für das ganze Leben festgelegt wird. Das ist auch der Grund für die enorme |
| Bedeutung dieser ersten 16 Wochen: die Schaffung von Verbindungen im Gehirn zwischen Gehirnzellen hängt direkt davon ab, ob diese Gehirnzellen durch Aktivitäten des Hundes genutzt werden (oder eben nicht). Gehirnzellen, die nicht durch Verbindungen aktiviert werden, sterben ab und machen Platz für Verbindungen, welche konkret gebraucht werden. Einerseits entstehen solche Verbindungen in der Folge körpereigener Signalen von Organen oder aus Bewegungsmustern der Muskeln. Anderseits als Reaktion auf Signale von aussen, welche durch die Umwelt indiziert werden. Die Umweltstimulation während der ersten 16 Wochen hat einen bestimmenden Einfluss, um wie viel das Gehirn wächst und wie es seine Form verändert (Bild 6). Vom aussen zeigt sich dies, dass diese Phase des raschesten Gehirnwachstums, mit der von Konrad Lorenz beschriebenen kritische Phase der Sozialentwicklung zusammenfällt. |
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Geburt |
8. Woche |
16. Woche |
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Bild 6: Entwicklung des Netzweks der Gehirnzellverbindungen |
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Was bedeutet das für die Haltung? |
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Dieses recht rudimentäre Wissen, ,über die Entwicklung eines Hundes, in den ersten Lebenswochen, lässt uns die Aussage von Nikolaas Tinbergen, Nobelpreisträger und Mitarbeiter von Konrad Lorenz, dass das Verhalten zu 100% vererbt und zu 100% erlernt ist, erst richtig verstehen. Die Epigenetik verifiziert diese Aussage, auch aus der genetischen Sichtweise. Auch das Wesen eines Hundes ist abhängig von seiner genetischen Varianz. Sowohl die genetischen, wie auch die epigenetischen Eigenschaften werden von den Elterntieren weiter gegeben. Ein Welpe soll danach in einer Umgebung aufwachsen, in welcher er frühzeitig, intensive Kontakte zu seinem zukünftigen Sozialpartner Mensch hat. Eine liebevolle, positiv eingestellte Umwelt, ist die Grundlage für ein solides Grundvertrauen. Der Welpe soll in einer abwechslungsreichen Umwelt aufwachsen, in welcher er ohne übermässigen Stress ALLE seine Sinne, Fühlen, Riechen, Hören und Sehen gebrauchen kann. Unserer Meinung nach wird da all zu oft mit einer menschlichen Sichtweise gewertet. So sehen bunt überfülle Welpenspielplätze für das menschliche Auge toll aus. All zu selten bemüht sich ein Erstellter eines solchen Platzes die Perspektive des Welpen einzunehmen. Was aus der Augenhöhe von 170-190 cm toll aussieht, kann oft aus einer Sichtperspektive von 30 cm wie ein perfektes Dickicht aus Gegenständen aussehen. Für den Welpen meist nicht sehr einladend, dazu kommt, dass solche Parcours vor allem auf das Sehen ausgerichtet sind. Fühlen, Riechen und Hören, Sinnesorgane welche beim Hund meist am besten ausgebildeten sind, werden nur am Rande geweckt. Oft werden die Welpen dann noch unter Anleitung ihres Halters durch solche Parcours gelockt. An einem Beispiel aus der Kinderzimmer kann man dieses Vorgehen werten: Der allerbeste Legobaukasten bringt einem Kind wenig an Lern Erfahrung, wenn es nur unter Anleitung von Papa „spielen kann“ oder er sogar alles selbst zusammenstellt. Lernen heisst immer selbst erleben, selbst Lösungen bei Problemen finden und die Lösung dann auch selbst ausführen. Dieses Vorgehen bedeutet Lernen und somit auch Verbindungen zwischen Hinzellen erstellen und sie zu benutzen.
Allein dieses Erstellen von Verbindungen bedeutet Gehirnwachstum. Diese Kettenreaktion von Milliarden von Einzelereignissen wird die durch innere (Körper) und äussere (Umwelt) Reize stimuliert und löst das Gehirnwachstum aus. So kann ein kurzer Waldspaziergang um ein vieles wertvoller für einen Welpen sein, als eine Stunde Parcours auf einem High-Tech-Welpenplatz. Dazu vielleicht noch ein Bespiel aus Welt der modernen Kindererziehung. Der Waldkindergarten ist nicht nur für Kinder ein ideales Lernumfeld, auch für Welpen nahezu Ideal. Er bietet ein umfassendes Umfeld um alle Sinne zu gebrauchen, fördert die natürliche Neugierde eines Welpen und stellt ihn immer wieder vor NEUE Herausforderungen, welche er erkennen, untersuchen und anschliessend bewältigen kann. Ein Problem wahrnehmen, dieses erkennen, untersuchen und danach durch richtiges Verhalten lösen, sind grundlegende Mechanismen welche die Wesensgrundlage stärken. Es bring wenig, wenn Sozialpartner Mensch einen Welpen durch X-Situationen „schleift“, dabei die Problemlösung diktiert und mit sanftem Druck durchsetzt. Bei solchen Übungen lernt der Welpe im besten Fall, dass er sich auf seine Sozialpartner Mensch verlassen kann. Oft endet es auch in einer negativen Stresssituation, welche einen schlecht verarbeitete, negative Erfahrung beim Welpen hinterlässt. Auch der empfohlene zeitliche Rahmen (1 Minute pro Lebenswoche), wird bei solchen „Sozialisations-Übungen“ oft bei weitem überschritten, was zur Überforderung führt und die nötige Verarbeitung (Lernprozess) durch eine Ruhephase findet nicht statt. Diese Problematik treffen wir auch oft bei „Welpenspielsstunden“ an, welche zu Welpentrainingsstunden werden. Der Welpe (normalerweise max. 16 Wochen alt) wird eine Stunde lang (60 statt max. 16 Minuten) von Übung zu Übung geführt, was ihn absolut überfordert. Die Ethologischen Konsequenzen für die Haltung sind natürlich um einiges vielfältiger und vom jeweiligen Lebensabschnitt des Collies abhängig. |
| Die Unterkapitel in der Übersicht |
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Um der natürlichen Entwicklung des Collies gerecht zu werden, haben wir dieses Kapitel in folgende Unterkapitel aufgeteilt:
Die ersten zwei Kapitel ist fertig gestellt. Die Web-Seite wird täglich erweitert, vielleicht ist diese Seite schon Morgen mit mehr Inhalt gefüllt. Schauen sie bald wieder rein. Danke |
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