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Die geschichtliche Entwicklung der Fellfarben beim Collie
   

Die Farbentwicklung ist wie die Rassenentwicklung an den Anfängen schwierig zurück zu verfolgen. Man muss sich da auf wenige Überlieferungen verlassen. Die meisten Schäferhunde waren im 19. Jahrhundert schwarz, schwarz-braun (schwarz-markenfarbig) oder schwarz-weiss. Die Farbe spielte in dieser Zeit auch eine sehr untergeordnete Rolle. Die Schäfer verlangten von den Züchtern gute Arbeitshunde und wenn es dann noch ein farblich schöner Hund war, entsprechend dem Geschmack des Schäfers, umso besser. Es war aber nur "Nice to have" und somit nur

sekundär für die Auswahl der Hunde. Es gibt ein altes Sprichwort welches aus der Pferdezucht entstammt, besagt, dass ein gutes Pferd keine schlechte Farbe haben kann. So wurde es wohl auch in den Anfängen der Hundezucht gehandhabt so lange nur die Leistungsfähigkeit gefragt war. Mit der Einführung der Hundeausstellungen wandelte sich dann diese Einstellung. Im Ausstellungs-Ring zählte die Farbe viel mehr und speziell der Rough-Collie wurde auch immer mehr als Statussymbol in den englischen aristokratischen Kreisen gehalten, wo er sich vermehrt als Familienhund bewähren musste. Dies führte dann wohl auch zur Trennung der Zuchtlinien des Rough- und des Border-Collies. Der Einfluss des englischen Könighauses durch Queen Victoria (1837-1901) und vorfallen durch Queen Alexandra (1844 - 1925) welche intensiv Collies züchtet, war der Auslöser, dass der Rough-Collie verstärkt auf Schönheit und Eleganz gezüchtet wurden und er zum englischen Schäferhund schlechthin ernannt wurde.
Old Cockie (hinten) und sein Enkel Charlemagne (vorne)

 

 
Der Urvater - Old Cockie - ein sable Collie  

Wenn man die Urfarbe des Collies such muss man sicherlich als erstes Old Cocke etwas genauer anschauen. Er gilt als der erste Collie, auf Ihn gehen alle heutigen Stammbäume zurück. Old Cocky wurde 1868 bei Herrn White aus

Sable-Collie Old Cocke
Sable-Collie Old Cocke mit 10 Jahren
Notthingam geboren. Dieser gab den Stammbaum des Urcollies nie bekannt, gesichert sind nur das Geburtsjahr 1868 und das Todesjahr 1882 bekannt. Auch bildliche Dokumente sind rar. Mir ist nur das bekannt, welches den Collie Rüden im Alter von 10 Jahren zeigt. Als er den Ausstellungsring betrat, hatte er sofort grosse Erfolge. In der von schwarzen, schwarz-braun (schwarz-markenfarbig) oder schwarz-weiss dominierten Hundeszene war er die Sensation. Es wird überliefert dass Old Cockis ein schattiertes braun hatten mit gesprenkelten Vorderläufen, wie wir es heute beim Spaniel antreffen. Er hatte auch schon eine weisse Halskrause, wie wir sie heute bei vielen Rough-Collies antreffen. Als Randbemerkung möchte ich noch auf die Ohren hinweisen, sie waren für heutige Begriffe sehr schwer, und tief geknickt, man sieht des auch in der oben abgebildeten Zeichnung. Die collietypische Ohrenstellung kann somit erst später in die Collie-Linien.

Ein viel intensiveres Rot hatten dann sein Enkel Charlemagne, Er wurde am 04.01.1879 geboren und besass ein Fell mit sehr viel mehr Rot-Anteil, so wir es heute bei den Sable-Collies kennen. Sein Ausstellungslaufbahn war ähnlich erfolgreich wie die seines Urgrossvaters, er wurde jedoch viel häufiger in der Zucht eingesetzt. Leider sind keine fotografischen Dokumente von Ihm vorhanden. Es gibt nur eine Zeichnung, welche ihn mit seinem Grossvater zusammen zeigt. Sein Vater, Trefoil 19.03.1873 bei MR S.E.Shirley in Carrickmacros geboren, gilt als Begründer der Farbe Tricolor. Somit musste Maude, sein Mutter Trägerin des Sable Farbgen's (Locus A: aYgewesen sein. Von ihr gibt es keine bildliche Überlieferung. Man weiss, dass sie 1875 geboren wurde und Mr Bissell gehörte. Daraus lässt sich ableiten, dass die kurze Kariere als Deckrüde von Old Cockie sehr spät begann, er war da schon 7 Jahre alt und wurde eher selten zur Zucht eingesetzt.

Erster Tricolor-Collie Trefoi
Tricolor-Collie Trefoil geboren 19.03.1873
Pedigree von Charlemagne (geb. 04.01.1879)
Eltern
Grosseltern
Ur-Grosseltern
Ur-Ur-Grosseltern
Trefoil
(Rüde - 1873)
Twig
(Mr. Smiths)
Old Twig
?
?
Help
?
?
Bess
(Mr. Glasbys - 1870)
Rattler (Mr. Byrnes)
?
?
Bess
(Mr. Watts - 1867)
Working Colley of Mr Smith
Working Colley of Mr Johnson
Maude
(Hündin - 1875)
Old Cockie
(1868)
?
?
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Meg
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Der Schwarze Collie  
Zu beginn der Colliezucht war die Farbe Schwarz sicher vorherrschend. Auch Queen Victoria züchtete mit Sicherheit schwarzen Collies. Ihr Collie Gypsy, geboren 1860, war ein typische Vertreter dieses Farbschlages. Der schwarze
Collie gab es mit oder ohne weisse Abzeichen. Mann weiss auch, dass in Rough-Collie-Linien, welche aus der Region Lothian Hills stammen, schwarzen Collies in der Zucht eingesetzt wurden. Aus dieser Gegend kommen einige erfolgreiche Border-Collie-Linien, da der Schwerpunkt der Zucht vor allem auf Arbeits-Collies ausgerichtet war. Aus einer solchen Lothian-Linie soll auch der englische und amerikanische Champion Marcus entstammte. Er ist einer der wenigen berühmten Collies welche ihren Ursprung in dieser Gegend hatte. Ihm wurde ein qualitativ sehr gutes Fell attestiert, wobei es etwas zu wellig war. Gebäude und Gangwerk waren vorzüglich nur hatte er schwere, tief angesetzte Ohren und einen etwas Runden Schädel. Dies war typische Makel für diese Collie-Linien, sie hatten alle einen betont gewölbten Schädel, mit tief angesetzten Ohren und vererbten dies auch stark weiter. Heutzutage gibt es keine Schwarz-Weissen Hunde mehr in der Rough-Collie Zucht, völlig im Gegensatz zu den Border-Collies, bei
Queen Victorias Gypsy geboren 1860
Ein schwarzer Collie aus der Zucht von
Queen Victoria - Gypsy geboren 1860
GB und US Champion Marcus
GB und US Champion Marcus, man beachte den
runden Schädel und die schweren Ohren welche typisch für die Lothian-Linie war.

denen diese Farbkombination stark vertreten ist. So scheint es dass diese Farbe nur bei den Arbeits-Collies überlebte.

Auf Grund der starken Popularität der Sable-Farbe ist anzunehmen, dass durch einen gezielte selektion die schwarze Haarfarbe aufgehellt wurde. daraus könnte man ableiten, dass die Dark-Sable's heutzutage vieleicht die Nachkommen dieser schwarzen Collies sind. Zu den ersten sehr dunkeln Dark-Sable gehörten zum Beispiel die Collies des Chestnut Hill Kennels aus Philadelphia USA, welche zu den ersten Rough-Collies in Amerika gehören. Gezüchtet wurden seine ersten US-Importe aus England von Herr S.T. Mercier aus Gilford in Irland (Dublin Scott, geb. 11.08.1883) und Herr W.R. Dockrell aus London (Flurry II, geb. 09.06.1984 und Scotilla, geb. 28.10.1885). Alle drei Hunde gewannen zuerst in England Ausstellungen und wurden dann in den USA zu mehrfachen Ausstellungssiegern und zu den Grundpfeilern der amerikanischen Collie-Zucht.

   

Der Tricolour Collie

 
Der heutige Tricolour-Collie entstammt ursprünglich den schwarz-markenfarbig Collies oder auf Englisch den black and tan Collies. Es gab ihn ursprünglich in zwei verschieden Farbvarianten, beide mit oder ohne weisse Abzeichen. Die eine Variante als Grundfarbe schwarz an Körper und Kopf, braune Abzeichen an Wangen, Augenbrauen, Läufen und unter der Rute und die Zweite Variante hatte einen schwarzer Körper, brauner Kopf und braune Läufe. Aus der Ersten entwickelte sich dann der Tricolour wie wir ihn heute kennen, die zweite Variante, die so genannten "Rotköpfe", gibt es heute leider nicht mehr.

Der erste Farbschlag aus welchem sich unsere Tricolour`s entwickelten. Basiert auf einer recht fragilen genetischen Farbkombination. Sie basiert auf der genetschen Verdünnung der Grundfarbe Schwarz welche sich rezessiv weiter vererbt. Es ist somit nicht selbstverständlich, dass es diese Farbkombination noch gibt. In England gab es sogar einen Verein, der sich ausschliesslich mit der Förderung der Tricolour Collies, da man befürchtete, dass die grosse Popularität des Sable-Collies zu einer Ausrottung der Tricolor-Farbe führen könnte. Dies ist zum glück nicht gesehen, so dass wie uns noch heute an den Tricolour-Collies erfreuen können. Die grosse Schar von Collie-Liebhaber welche diese Farbe besonders schätzen, machte dies möglich. Als Urvater für die Farbe Tricolour gilt der Rüde Trefoil. Er war 5 Jahre jünger als "Old Cockie, und auf Ihn führt man die tricolour Farbe zurück. Er besass ein sehr üppiges dreifarbiges Fell mit langen Haaren, Diese Haarqualität vererbte er seinen zahlreichen Nachkommen

Tricolour der esten Stunde, Ch. Rutland geb. 17.06.1882
Ch. Rutland, Sohn von Madge I und Enkel von Old Cocke

weiter. Trefoil gewann zahlreiche Preise und war der beste Zuchtrüde seiner Zeit. Er war Vater von Ch. Charlemagne und sein Züchter und Besitz war Herr. S. E. Shirley.
Die so genannten "Rotköpfe" gibt es im Gegensatz zu den Tricolour nicht mehr. die Ursprünge dieses Farbschlags vermutet man im Süden von England, genauer aus dem Ort Devon, in dem, so um das Jahr 1820, Duke of Bedford, John Russell diesem Farbschlag in dieses Gebiet brachten. Herr W. W. Boyle aus Irland widmete sich dann in seiner Woburn-Zucht ganz diesem Farbschlag. Er züchtete sehr kräftige, gut gebaute Hunde, sie standen etwas niedrig auf den Beinen, und hatten einen kürzeren und schwereren Kopf als die damaligen Ausstellungshunde, Sie waren ausschliesslich black and tan mit wenig oder ohne Weiss. Aus diesem Grunde werden sie auch Lowland Colleys oder Woburn Park -

Colleys genannt. Die Hunde des Woburn Park genossen eine grosse Popularität, so dass Züchter und Besitzer ihreHunde gerne mit dem Zusatz schmückten "gezüchtet aus Woburn Park Colleys" oder "Vater und Mutter reine Woburn Park Colleys." Der Collie-Rüde Perthshire Bob gilt als erster namentlich erwähnter Vertreter der "Rotköpfe" und er gilt als Nachkommen von Woburn Park Collies. Auf ihn gehen die Ahnentafeln von berühmten Collies zurück, wie z.B. Redbreast (siehe nächster Abschnitt über den Bluemerl), Engl. Ch. Carlyle, Engl. Ch. Madge I und ihre Mutter Ruby III, So um die Jahrhundertwende wurden die letzten "tricolour mit rotem Kopf", wie z.B. Ch. Ormskirk Venice und Am.Ch. Balmoral Rex, geboren. In Kreisen von Rassehistoriker gibt es die Annahme, dass sich diese Farbe zu den dunklen Sables mit hellem Gesicht weiterentwickelt hat, oder wenigstens dabei eine Rolle spielten.
Ein "Rotkopf", Madge I - geb. 10.09.1879 - Tochter von Ch. Marcus
   

Der Bluemerl Collie

 
Die Bluemerl-Farbe bei den Collies galt zu beginn der Colliezucht als zu gewöhnlich. An den Ausstellungen und bei vielen Züchtern, hatte diese Farbe gegenüber der populären Sable Farbe keine Chance. Die Farbe hielt sich vor allem in Kreisen welche den Collie als Arbeitshund einsetzen. Bei den Farm- und Schäferhunden war diese Farbe sehr populär. Die Schäfer bevorzugten sogar Exemplare mit blauen Augen, sie gingen davon aus, dass die Collies
mit den so genannten Glas- oder Porzellanauge niemals erblinden könnte. So seltsam es klingen mag. Was die Schäfer an den Bluemerls besonders schätzen, ihre Augen mit ihrer sehr gute Sehkraft, würde in den 80er Jahren von "kynologischen Grössen" ins Gegenteil umgedreht. Es begann da ein Kesseltreiben gegen den Bluemerl, der als Hund mit kranken Genen galt. Das gipfelte in Aussagen wie die von Prof. Dr. Wilhelm Wegner " Das heftige Pro und Kontra in einschlägigen Züchterkreisen über die zu treffenden Maßnahmen zur Verhinderung der genannten "Gesundheitsstörungen" zeigt, daß man sich offenbar vielfach nicht darüber klar ist, daß in diesen Rassen mit einem Defektgen gezüchtet wird. Hier gibt es nur eine ethische Alternative: Die völlige Aufgabe des Züchtens mit dem Merle-Faktor. Frau Dr. Vandelip, welche sich in dieser Zeit, vehement gegen diese Verunglimpfungen des Bluemerls wehrte und dies mit wissenschaftlichen Tatsachen auch untermauerte, wurde von diesem Herrn aufs heftigste beschimpft wie der folgende Auszug aus seinem Schreiben zeigt: Um zu
Ausschnitt aus einem alten Bild: der Schäfer
mit seinem Bluemerl-Collie
Blue Princess Alice - geb. 1906

Frau Dr. Vanderlip zurückzukommen, so scheint außerdem aus ihrem uninformierten Geschreibsel der leider verbreitete Irrglaube deutlich zu werden, als könnte der Weisheit letzter Schluß nur auf angelsächsischem Mist gewachsen sein. Dabei sind es im Gegenteil gerade die Angelsachsen mit ihren Fancy-Zuchten, die uns viele Defekte beschert haben. Heute weiss man, dank den raschen Fortschritten in der Genfoschung, dass Frau Dr. Vanderlip in allen belangen recht hatte. Der Blumerle überstand seine Ausrottung zum Glück auch in den 80er Jahren. Dies vor allem weil es Leute gab, welche den mit bedacht und zum Wohle der Rasse handelten.
Heute gibt es wieder gefahren welche jedoch die gesamte Collie-Population betreffen, es gibt da dieselben Aussprüche wie die von Prof. Dr. Wilhelm Wegner von "neuen Experten", wenn es um das Thema CEA und MDR-1 geht.
Doch nun zurück zu den Anfängen der Bluemerl-Zucht. Wie unpopulär die Farbe zu beginn der Colliezucht war, zeigt auch die Veröffentlichung von dem bekannten Richter/Liebhaber Hugh Dalziel in seinem Buch "The Collie" hervor, wo er zu den Bluemerls sagt: "Sie scheinen eher Zufallsprodukte oder Launen der Natur zu

sein, als etablierte Linien, die ihresgleichen hervorbringen." Dass die Farbe in dieser ersten Zeit überlebte verdanken wir nur Herrn W. Arkwright der mit Hingabe und unerschütterlichem Willen die Blumerle-Zucht begründete. Die Initialzündung bei Herrn W.P. Arkweight, dass er viele Jahr seines Lebens, den Blue Merle Collies widmete, war eine Ausstellung in England. Dort sah er seinen ersten Bluemerl Langhaar Collie (Bluemerl`s gab es vorher vor allem bei den Kurzhaar-Collies). Der bluemerl Rüde Scot, geboren 1873, gehörte Herr Brackenburg und
Arkweight war so begeistert von Ihm, dass er ihn vom Fleck weg kaufen wollte. Herr W.P. Arkweight beschrieb "Scot" wie folgt: "Sein Fell war hellsilberblau , mit wunderschönen wolkenartigen schwarzen Flecken, weisse Halskrause, Mähne, Blesse, Pfoten und Rute; das Gesicht und Vorderläufe umrahmt von leuchtendem Rot. Er hatte ein blaues Auge (chian eve)". Er hatte keine Ahnentafel, war aber registriert mit der Farbbezeichnung "grau, lohfarben und weissem, Porzellanauge". Es gibt Quellen, welche Trefoil als Vater ausweisen. Scot war ziemlich gross für seine Zeit und hatte einen gröberen Kopf mit runderen Augen als erwünscht, und sein Fell tendierte zur Welle. .Da Brackenburg seinen Rüden auf keinen Fall verkaufen wollte, musste Arkweight einen andern Weg suchen um zu Scot^s Blut zu kommen. Er konnte sich mit Brackenburg einigen, dass er seine Hündin Russett mit Ihm decken konnte. Die Hündin Russett hatte eine seltsame Farbe, die Arkweight als "red grizzle" bezeichnete. Diese Verpaarung gilt als Grundstein für alle heutigen bluemerl Zuchtlinien. Die Hündin Blue Stocking
Blue Princess Alexandra - geb. 1907
aus diesem Wurf wurde später mit einem Rüden Namens Redbreast gepaart. Aus dieser Verpaarung entstand die Blue-Merle Hündin Blue Rose. Sie wurde später mit ihrem Grossvater "Scot" gekreuzt und daraus entstanden im Jahre 1881 der immer wieder erwähnte Rüde Blue Sky und seine Wurf-Schwester Blue Tristel. 1890 löste Mr. Arkwright seine Zwinger auf. Gründe waren sein hohes Alter und da er keinen Nachfolger hatte. Seine schönste Hündin, welche er besass, war Blue Ruin. Er verkaufte sie an Panmuire Gordon der als Agent für den amerikanischen Finanzmann John Pierpont Morgan tätig war. Morgan war ein Collie-Züchter der ersten Sunde in Amerika. Da Blue Ruin bereits ein ältere Hündin war, warf sie Morgans Cragstone-Zwinger nur einmal. Ihre wenigen Nachkommen erregten jedoch in den USA so grosses Interesse, dass sich aus ihrer Hündinnenlinie, welche bereits zu Ende schien, die Bluemerl-Population in den USA bildete. Ohne den Durchhaltewille und die Hartnäckigkeit von Mr. Arkwright wäre wäre die Farbe Bluemerl, den Weg der "Rot-Köpfe" gegangen. Interessant in diesem Zusammenhang ist dass Mr. Arkwright darauf beharrte, dass er die best gefärbten Blauen, aus der Verpaarung der "Rot-Köpfen" und nicht mit Tricolour hervorgingen.
   

Der White-Merl Collie

 

Aus der Verpaarung von zwei Bluemerl Collies entstehen zu maximal 25% des Wurfes, so genannte Doppelte Merls. Diese, auch als "Weiss Tiger" bezeichneten Collies, erben von beiden Elternteile das Merl-Gen. Das Merl-Gen ist bei ihnen somit homozygot, also reinerbig, aus diesem Grunde werden sie oft als "doppelte Merles" bezeichnet. Ihre Fellfarbe ist weiss bis elfenbeinfarbig mit ganz wenig Blau. Sie dürfen jedoch auf keinen Fall mit den Weissen-Collies verwechselt werden (siehe übernächster Abschnitt). In der Zucht werden sie nur in den USA vereinzelt eingesetzt, da sie verpaart mit einem Tricolour ganze Würfe Bluemerle Welpen hervorbringen. Ausgestellt werden können sie jedoch auch in den USA nicht. In der europäischen Collie-Zucht sind sie geächtet, da es häufig vorkommt, dass Doppelmerl Welpen Defekte im Seh- und Hörvermögen haben. Im Weiteren kommen die üblichen Albino-Defekte wie Wolfsrachen, fehlende Augäpfel, missgebildete Ohren, Korkenzieherrute und Wirbelsäulenmissbildungen vor. All diese Defekte fallen bereist sehr früh auf, so dass die Welpen schon kurz nach der Geburt ausgemerzt werden. Es macht wenig Sinn, ein solch hohes Risiko für das Leben, in der Collie-Zucht einzugehen. Dies obwohl beileibe nicht alle doppelten Merle von diesen Defekten betroffen sind.

Ein White-Collie der normales Sehvermögen und Hörvermögen hat. des Merle-Gens typischen blauen Augen, die Pigmentierung der Ohren, der Nase, der Lippen, der Wangen und der Flanke. (Bild: Vanderlip)
   

Der Sable Merle:

 

Der Ursprung des Sable-Merles entspricht den vorangegangenen Abschnitten über die Sable- und Bluemerl-Farbe. Sie wird hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Die sabelmerl Farbe ist das Produkt aus der Verpaarung eines Sable- und eines Bluemerl-Collies. Diese Verpaarungen wurden schon sehr früh gemacht, so dass einige der frühen sable Collies in Tat und Wahrheit Sable-Merles waren. Auch die legendäre Miss Grey (Ladypark Kennel) arbeitete mit Sable-Merles. Die Ächtung dieser Verpaarungen, hatte dann auch vor allem ästhetische Gründe. Die "Herren des Standarts" fanden es unschön, wenn ein Sable-Collie blaue Augen hat. So wurden die Verpaarungs-Möglichkeiten und damit die Genetische Varianz des Collies unnötig eingeschränkt. Vom gesundheitlichen Standpunkt her gesehnen absolut unnötig, im Gegenteil wenn man sich den Gen-Pool betrachtet. Wobei diese Betrachtungsweise leider bei den Züchtern oft irrelevant war, so wurde auch in neuerer Zeit Bruder-Schwester Verpaarungen ohne das geringste schlechte Gewissen gemacht, im Gegenteil die "Täter" bürsten sich heut noch öfter mit ihrer "Champion-Zucht". Was diejenigen "grossen Züchter" der Rasse damit antaten steht in keinem Buch, schade eigentlich..Als einzige Land anerkennen Kanada und die USA, den Sabel-Merle voll. In diesen beiden Länder wird damit oft gezüchtet und an Ausstellungen werden sie dann als Sable gewertet. So haben in den USA schon öfter Sable Merles mit braunen Augen Championtitel gewonnen. Da das Merle-Gen ein Farbverdünnungsfaktor ist, haben die Sable-Merl oft eine Rotgoldene bis Champagnerfarbige Fellfarbe. Sable Merle Welpen kann man meist nur bei der Geburt erkennen, denn sie haben eine leichte Fleckung, die jedoch meist rasch verschwindet. Erwachsene Sable-Merls sind optisch kaum noch als solche erkennbar.

Ein Sablemerl mit blauen Augen, es ist gesichert dass, öfter Sable Collies in Tat und Wahrheit Sable-Merles waren, denn man kann den Unterschied optisch kaum feststellen.
(Bild: Vanderlip)
   

Der weisse Collie

 
Der weisse Collie gehörte in der ersten Zeit der Colliezucht zu den Grundfarben. Der erste urkundlich erwähnte weisse Collie war The Lily, geworfen 1881, eingetragen als "weiss, sable Kopf". Die weisse Collie Dame war die Urgrossmutter vom legendären Metchley Wonder, vom Typ her gilt er als erster "moderner" Collie. Königin Victoria besass vor dieser Zeit einen weissen Collie, was die Nachfrage förderte. Der erste weisse Collie, der ernsthaft gewann, war ein weisser und black und tan farbener Rüde namens Scottish Fancier, der in Glamis, Schottland, 1887

eine Klasse von 36 Hunden gewann. Im Standard des Englischen Collie Club wurde in dieser Zeit Farbe unwichtig erachtet, sie wurde noch gar nicht erwähnt. Erst im Jahre 1910, gibt es einen überarbeiteten Rough und Smooth Standard. Hier heisst es unter Farbe und Abzeichen: unwichtig, aber wenn alle anderen Punkte gleich sind, sollte ein hübsch gezeichneter Hund bevorzugt werden. Ganz weisse oder Red Setter-Farbe ist abzulehnen. Es war der erste Hinweis auf eine Farbe überhaupt. In England war der weisse Collie von da an kein Thema mehr, auch in der gesamten alten Literatur spielt er überhaupt keine Rolle. Etwas anders in den USA, dort gehörte die Weise Farbe zum Standard wobei sich nur sehr wenige Züchter mit Collies dieser Farbe beschäftigten. Ein Präsident hielt bei sich weisse Collies, was einem kurzen Modetrend führte, der aber schnell wieder abflachte. Bei der Selektion für die Zucht hatten

Ein Bluemerl-White Collie : Rainshade Beyond Blue
(Bild: Vanderlip)

die Weissen auch den grossen Nachteil, dass sie nur wegen der Farbe ausgewählt wurden. Wird nur nach einem Kriterium seletioniert, so führt dies unweigerlich zu einer Verschlechterung der Rasse als Ganzes. An den Ausstellungen in den USA sieht man sogar auf den grossen National nur ein paar wenige Tiere. Der weisse Collie wird wohl immer Farbschlag bleiben, welcher nur von wenigen Liebhabern geschätzt wird.
     
     
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