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Farbgenetik beim Collie

Die klassische Farbgenetik beruht vor allem auf der phänotypischen Sichtweise, basierend auf den sichtbaren Farben und Farbverteilungen. Die Regeln der Farbvererbung wurden auf der Grundlage der Mendel-Gesetzt untersucht und man zog daraus Rückschlüsse auf hypothetische Gene und deren mögliche Allele. Erst vor kurzer Zeit begangen Molekulargenetiker die DNA hinsichtlich der tatsächlichen Gene, welche für die Farbe und Farbverteilung verantwortlich sind, zu erforschen. Da dies jedoch ein finanziell nicht sehr lukratives Gebiet ist, sind schnelle Resultate nicht zu erwarten. Die Genforschung wird jedoch in den nächsten Jahren mit Sicherheit unser Wissen über die Farbgenetik bedeutend erweitern und verändern.

 
Eine kleine Einführung in die genetischen Grundlagen finden sie auf unserer Seite Genetik. Dort erhalten sie die Grundlagen, für das Verstehen der folgenden praktischen Anwendung der Farbgenetik. Weiterführende Informationen finde sich auch im Artikel "Kleine Einführung in die Vererbungslehre" von G.Kemper oder bei Farbvererbung bei den Pinscher- Schnauzer- Rassen von Ralf Wiechmann
     

In der folgenden Tabelle, sind alle Farbvarianten welche wir für den Collie kennen, aufgeführt. Der englische FCI-Standard lässt aber nur einen Teil zu. Der US-Standart kennt alle Farbvarianten.

 

     
Farbvarianten-Tabelle für den Collie    

Rasse / Genort

A(guti)

B (lack)

C (hinch.)

D(ilution)

E (xtens.)

G (rau)

M(erle)

S(potting)

T(üpfel.)

Sable-Collie (reinerbig)

aYaY

BB

CC

DD

EE

gg

mm

sisi

tt

Sable-Collie (reinerbig, Weiss-faktoriert)

aYaY

BB

CC

DD

EE

gg

mm

sisw

tt

Sable-Collie (mischerbig)

aYat

BB

CC

DD

EE

gg

mm

sisi

tt

Sable-Collie (mischerbig Weiss-faktoriert)

aYat

BB

CC

DD

EE

gg

mm

sisw

tt

Weisser Sable Collie (reinerbig)

aYaY

BB

CC

DD

EE

gg

mm

swsw

tt

Weisser Sable Collie (mischerbig Weiss-faktoriert)

aYat

BB

CC

DD

EE

gg

mm

swsw

tt

Tricolor Collie

atat

BB

CC

DD

EE

gg

mm

sisi

tt

Tricolor Collie (Weiss-faktoriert)

atat

BB

CC

DD

EE

gg

mm

sisw

tt

Weisser Tricolor Collie

atat

BB

CC

DD

EE

gg

mm

swsw

tt

Blue-Merle Collie

atat

BB

CC

DD

EE

gg

Mm

sisi

tt

Blue-Merle Collie (Weiss-faktoriert)

atat

BB

CC

DD

EE

gg

Mm

sisw

tt

Weisser Blue-Merle Collie

atat

BB

CC

DD

EE

gg

Mm

swsw

tt

Sable-Merle Collie (reinerbig)

aYaY

BB

CC

DD

EE

gg

Mm

sisi

tt

Sable-Merle Collie (reinerbig, Weiss-faktoriert)

aYaY

BB

CC

DD

EE

gg

Mm

sisw

tt

Sable-Merle Collie (mischerbig)

aYat

BB

CC

DD

EE

gg

Mm

sisi

tt

Sable-Merle Collie (mischerbig Weiss-faktoriert)

aYat

BB

CC

DD

EE

gg

Mm

sisw

tt

Weisser Sable Collie (reinerbig)

aYaY

BB

CC

DD

EE

gg

Mm

swsw

tt

Weisser Sable Collie (mischerbig Weiss-faktoriert)

aYat

BB

CC

DD

EE

gg

Mm

swsw

tt

     

Kurz zusammengefasst die zehn Genorte für die Fellfarbe beim Hund:

  • Locus A = Dieser Genort beeinflusst die relativen Mengen und die Lokalisation von dunklem (schwarz oder braun) und hellem (gelb oder gelb-braun) Pigment im Haar und im Fell als Ganzem (Cortex oder Medulla des Haares).
  • Locus B = Verantwortlich für die Produktion von schwarzer Fellfarbe, Quantität und Qualität der dunklen Pigmentgranula im Cortex und in der Medulla des Haares.
  • Locus C = Verantwortlich für die Entstehung von entweder voller Tiefenpigmentierung, Reduzierung der gelb-roten Pigmentierung, Albinismus oder blasser Pigmentierung.
  • Locus D = Resultierend in dichter, starker Pigmentierung oder Malteserblau Verdünnung.
  • Locus E = Verantwortlich für die "schwarze Maske".
  • Locus G = Bestimmt die Entwicklung eines Welpen mit schwarzem Fell zu ausgebleichtem Fell oder grauem Fell.
  • Locus M = Wirkt auf eine gleichförmige Pigmentierung und ein Merle-Muster oder "Flecken".
  • Locus P = Bezieht sich auf eine sehr seltene Variation, bekannt als die "rosa-Augen"-Ausdünnung.
  • Locus S = Verantwortlich entweder für einförmig gefärbte Felle oder eine Anzahl weisser Flecken.
  • Locus T = Bringt dunkle Flecken hervor.

Beim Collie gibt es vier grundlegende, sichtbar verschiedene Farbtypen, die alle schwarzes (nicht leberfarbenes) Pigment (Locus B) produzieren können. Jeder Genort muss separat betrachtet werden und jedes seiner Allele muss individuell untersucht werden, damit der Züchter die verschiedenen Möglichkeiten, wie jedes Gen in Erscheinung treten kann, besser verstehen lernt. Im folgenden Abschnitt, finden sie eine detailierte Aufstellen, welche jeden Locus und seine auswirkung beschreibt.

 
Detail-Legende zur obigen Tabelle

Die klassische Fellgenetik geht von 10 Genorten (Locus) aus, welche für die Fellfarben beim Hund verantwortlich sind. Die aktuellen Definitionen für den Collie beinhalten, wie man in der obigen Tabelle ersieht 9 davon. Um Ihnen einen Einblick in die Auswirkungen des einzelnen Genorte (Locus) auf die Fellfarbe des Collies zu zeigen, haben wir die folgende Legende erstellt. Wir behandeln hier nur die dominante Variante und die Varianten welche für den Collie relevant sind. Es sind dies:

     

Genort

 

Auswirkung auf die Fellfarbe

Bemerkung zu der Varianten (allele)

Locus A (Aguti)

 

In seiner dominanten Form (A) führt es zu einer Schwarzen vollständigen Körperbehaarung

Dieses Allel ist dominant gegenüber allen anderen Allelen an diesem Genort. Kommt beim Collie nicht vor, da seine Ausprägung völlig schwarzer Collie wäre

Locus aY

 

In der Variante aY wird ein ein Zobelfell, produziert also gelb-braun.
Die schwarze Farbe prägt sich zum Teil in den Haarspitzen aus oder als einzelne schwarze Haare (Stichelung = sable).
Die allgemeine Körperzeichnung wird reduziert .

Ausprägung beim Sable-Collie.
Der reinerbige Sable-Collie mit den Allele aYaY fällt auf durch ein klares helles Gelb-braunes Haarklein mit einer sehr schwachen oder gar keiner Schwarzzeichnung im Bereich der Maske und des Rückenfells auf.
Es wird vermutet dass für die Intensität der Farbe und für die Ausprägung der sable-Zeichnung die Verbindung mit einem anderen Gen verantwortlich ist. Es könnte sogar sein dass da eine Verbindung zum Locus C eine Rolle spielt.

Locus at

 

Gibt zweifarbige Fellzeichnung - inn den Varianten "Schwarz & Tan" und. "Schwarz & Silber".
Ist das rezessivste von allen Allelen der A-Serie
Ergibt eine übersteigerte Körperzeichnung, in der die schwarzen und gelben/weissen Bereiche deutlich voneinander getrennt sind.
Die Tan-Punkte können dunkler werden, wenn das Tier sich vom Welpen zum Erwachsenen entwickelt und sie können im hohem Alter heller werden und sich in der Grösse zurückbilden.

Der mischerbige Sable Collie ayat hat eine verstärkte dunkle Zeichnung der Maske und kann auch durch eine dunkle Körperzeichnung auffallen. Besonders ausgeprägt bei den Dark-Sable.
Der Tricolor Collie besitzt die beiden Locus atat und zeigt sich in den Farben Schwarz & Tan.
Beim Bluemerl kommt der Locus m hinzu und so zeigt sich atat in den Farben Schwarz & Silber
Die Ausdehnung der Tan-Punkt-Pigmentierungs-muster umfasst beim Collie die Seiten der Schnauze, Hals, Bauchlinie, die Innenseite der Ohren, die Brust, über beiden Augen, alle vier Füsse oder Teile der Beine, das Gebiet um den After und die Unterseite des Schwanzes.

Locus B(lack)

 

Verantwortlich für die Produktion von schwarzer Fellfarbe.
Das dominante Allel, B, bewirkt, dass dunkle Pigmentierung überall schwarz ist.
Die Dominanz des Allels B ist vollständig, eindeutig und unwiderruflich.

Beim Collie findet man nur das dominante Allel B.

Locus C(hinchilla)

 

Alle Farben können voll ausgebildet werden
Dieses Allel ist dominant gegenüber allen.
Es ermöglicht die volle Ausbildung der durch andere Genorte (z.B. A) bestimmten Farben.

Beim Collie findet man nur die dominante Form.C .
Das Allel C , ist verantwortlich für volle Tiefenpigmentierung des Felles

Locus D(ilution)

 

Alle Farben können voll ausgebildet werden
Prägt sich in dichter, starker Pigmentierung aus

Beim Collie findet man nur die dominante Form.D
Locus D ist für eine dichte und starke Pigmentierung des Felles verantwortlich.

Locus E(xtension)

 

Verantwortlich für die "schwarze Maske"

Beim Collie findet man nur die dominante Form.e
Dieser Locus ist für die Ausdehnung des schwarzen Pigmentes und die Maske verantwortlich.

Locus G(rau)

 

progressives Ergrauen

Ist das Allel: G dominant so bedeutet dies dass der Hund bei Geburt normal pigmentiert ist jedoch schon sehr rasch mit fortschreitendem Alter zunehmend ergraut

Locus g

 

kein progressives Ergrauen

Hunde ergrauen erst aus Altersgründen.
Die rezessive Form des Gens, ist die in der Colliezucht am häufigsten gefundene Form.

Locus M(armorierung)

 

Wirkt auf die gleichförmige Pigmentierung und reduziert diese in einer unregelmässigen, merltypischen Art. Es entsteht ein Merle-Muster oder mehr oder weniger grosse "Flecken".

In heterozygoter Form Mm führt es zu der, bei den Bluemerl-Collies bekannten Merle-Färbung.
In homozygoter Form MM führt es zu einem fast vollständigen Pigmentverlust, der meist mit recht umfangreichen körperlichen Defekten verbunden ist.

Locus m

 

Keine marmorierte Färbung

Falls es homozygot mm vorkommt, es findet keine änderung der Pigmentierung statt. Die von andern Genorte vorgegebenen Form wird voll ausgebildet werden.

Locus P

 

Intensivierung der Roten Farbe

(nicht relevant für den Collie)

Bezieht sich auf eine sehr seltene Variation, bekannt als die "rosa-Augen"-Ausdünnung.

Genort S(potting)

 

steht für eine vollständig pigmentierte Körperoberfläche ohne Weiss

beim Collie nicht vorhanden

Locus si

 

steht für ein paar eindeutig lokalisierte weisse Flächen an bestimmten Orten (bekannt als irisches Geflecktsein).
Irische Scheckung = Weiß an Schnauze, Stirn, Brust, Bauch, Pfoten (5 - 30 % Weiß)

Bei dem weissen Fell handelt es sich um echtes Weiss, also ein unpigmentiertes Haar.
Die "üblichen" Collie-Erkennungs-zeichen, weisse Füsse, weisse Blesse bei einigen Individuen, weisser Kragen von unterschiedlicher Weite, weisse Brust und eine weisse Schwanzspitze werden durch das si -Gen kodiert.

Locus sw

 

extreme "Weissfleckigkeit" Abzeichen nur am Kopf und Rutenansatz; > 70 % Weiss

Bei Collies, bei denen es eine starke Tendenz zu vermehrtem Weiss gibt, ist der Genotyp sisw. Homozygote swsw-Collies sind beinahe ganz weiss mit Ausnahme eines farbigen Kopfes entsprechend ihrem Genotyp (sable, tricolor, blue-merle, sable-merle).

Locus T(üpfelung)

 

dominantes Allel als Verursacher der Tüpfelung

Punktförmige Flecken dunkler Haare in weissen Bereichen des Fells (z.B. beim Dalmatiner).
Die Farbe der Tüpfelung wird durch andere Genorte (z.B. A, B) bestimmt.

Locus t

 

rezessives Allel - bewirkt keineTüpfelung

Dieses Gen existiert beim Collie nur in der rezessiven Form t .

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