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Collie Gesundheit

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Gesundheit    

Das Kapitel Gesundheit haben wir in verscheiden Unterkapitel gegliedert, um dem riesigen Thema etwas gerecht zu werden (Zur Übersicht Unterkapitel). Wir werden uns bemühen diesen Teil laufend zu erweitern, denn für die Collie-Zucht ist es sicher ein zentrales Thema.

Gesunde schottische Schäferhunde zu züchte, ist unser primäres Ziel und da wir glücklicherweise einen FCI-Standard haben, der dies mit Sicherheit zulässt, gehört der Collie auch zu den gesündesten Hunderassen der Welt.

Int. CH. Fattucchiera Nera Di Cambiano - Tricolour Rough Collie
Genetische Vielfalt - Grundlage für eine gesunde Rasse
Gesundheit beginnt in der Zucht bei einer gesunden möglichst grossen Zuchtpopulation. Deshalb haben wir an erster Stelle dieses Kapitels, die Unterkapitel Genetik und Selektion gestellt. Ohne ein gesundes Fundament,
welches auf einer ganzheitliche Sichtweise basiert, wird jede Rasse sehr schnell im Sumpf von Krankheiten und Sterilität versinken. Die Gesundheit einer Rasse steht und fällt mit der Grösse ihres Gen-Pools. So weiss jedes Kind, dass der Gefährdungsgrad einer Tierart, vor allem an der Grösse ihrer Zuchtpopulation gemessen wird. In der Hundezucht wird dieses Wissen leider oft vergessen, so wurde und wird teils eine reine Champion-Zucht betrieben, oder noch schlimmer unter dem Deckmantel der Gesundheit werden, zwar meist gut gemeint, aber rücksichtslos, Zuchtpopulationen verkleinert. Es gibt heute Rassen, welche sich nicht mehr selbständig Fortpflanzen können oder unter latenten Atem-Schwierigkeiten leiden um nur zwei Beispiele zu nennen. Im Perfektions-Wahn unserer Gesellschaft, wird oft vergessen, dass wir es mit Lebewesen zu tun haben. Nicht mit Maschinen, welche nach Belieben optimiert und umgebaut werden können.
Arbeitscollie aus dem Jahre 1850
Dorgano Demander of Dunsinane - Sable Rough Collie
GB Ch. Dorgano Demander of Dunsinane
Geboren: 1959

Der Collie gilt heute als eine der gesündesten Hunderassen. Eine Tatsache, welche bei seiner Rassengeschichte nicht selbstverständlich ist. Wir denken, dass hier weniger die hohe Kunst der Hundezucht ihren Anteil hatte, sondern die gesundheitliche Robustheit des Collies und viel Glück mitgespielt haben. Ein kleiner Überblick zur Entwicklung der Rasse Rough-Collie

  • Zu Beginn der Colliezucht wurde die Rasse sehr schnell (innert wenigen Jahren) vom plumpen Arbeitshund, zum eleganten Schönheitsideal seiner Zeit gezüchtet. Dies bedingte eine sehr enge Linienzucht, basierend auf dem Ur-Vater "Old Cockie" und das einkreuzen weniger Hunde aus anderen Rassen.
  • In den 70er Jahren des letzen Jahrhunderts kam der "Lassie-Boom" auf. Collies wurden zum Modehund. Dies hat meist zu Folge, dass nicht gezüchtet sondern produziert wird. Solch eine unbedachte Vermehrung, schadet einer Rasse enorm, wie man es auch heute noch bei Moderassen leider immer wieder erlebt.
  • Zwischen 1977 und 1985 erfuhr die Rasse Collie wieder eine grosse Veränderung. Durch die damalige "Championzucht", hat sich die Rasse zweifellos verändert, ob zum Besseren oder Schlechteren wird sich weisen. Bei den meisten Rassen gibt es verschiede Blutlinien der Rasse, Die Spitzenzwinger haben oft unterschiedliche Linien. So sind die Züchter in der Lage, ihrer Linie frisches Blut zuzuführen, indem sie Hunde an­derer Blutlinien einkreuzen. Aber beim Langhaar Collie ist das heute nicht mehr möglich.
    In den bereits erwähnten 8 Jahren errangen 146 Collies den Championtitel, Von diesen gehen gemäss Recherchen von Margaret Osborne, nur drei nicht auf Dazzler of Dunsinane oder seinen Vater Ch. Dorgano Demander of Dunsinane zurück. Praktisch die gesamte Colliezucht ist somit auf eine Blutlinie fixiert.
  • Zu Beginn des aktuellen Jahrhunderts, gibt es wieder die Gefahr, einer grossen Reduzierung des Gen-Pools. Diesmal unter dem Argument der Gesundheit. Die grossen Fortschritte der Wissenschaft machen heute Gentest möglich. Durch eine, sicherlich gut gemeinte Sorge um die Gesundheit, werden die Augenanomalie CEA und der Gen-Defekt MDR-1 zu Hauptkriterien in der Selektion hochstilisiert. Sowohl die CEA in ihrer milden Form, wie auch MDR-1 sind in der Colliepopulation stark vertreten (über 70% aller Collies). Sie beeinträchtigen den Collie im Normalfall aber nicht im Geringsten. Der Gen-Pool, welcher effektiv immer nur so gross ist, wie die Anzahl der in der Zucht freiverfügbaren Collies, wird nun stark eingeschränkt. Mit Einführung entsprechender Vorschriften, wird die Gesundheit der Collie-Population, auf dem Papier zwar kurzfristig verbessert. Langfristig wird der Gesundheit des Collies, durch die Verkümmerung der GEN-Varianz, ein unwiederbringlicher Schaden zugefügt.
Dazzler of Dunsinane -Sable Rough Collie
Dazzler of Dunsinane
Geboren: 1962
Besitzer und Züchter: Audrey Chatfield GB

Der züchterische Sündenfall beim Collie:
Praktisch die gesamte englische Colliezucht ist auf die Blutlinie von Dazzler of Dunsinane fixiert.
Prüfen sie es nach, auch ihr Collie wird auf diese Zuchtline zurückgehen. Wenn nicht ,wären wir für ihre Hinweise dankbar.
 

Der sorgfältige Umgang mit dem Gen-Pool ist für die Colliezucht essenziell. Wir haben nur eine sehr schmale Basis, jeder Züchter müsste sehr umsichtig mit diesem Gen-Pool umgehen und die Zuchtvereine alle ihre Anstrengung auf die Wahrung der genetischen Vielfalt richten. Auf lange Frist ist die Gesundheit des Collies, vor allem von der Grösse der Zuchtpopulation und ihrer genetischen Varianz abhängig. In der Hundezucht muss in Generationen gedacht werden, alle kurzfristigen Lösungen führen mit Sicherheit in einen Sackgasse.
Für uns gehört es zu einem der langfristigen Zuchtziele, dass wir den Inzuchtfaktor und den Ahnenverlust in unserer YVEN-Collie-Zuchtpopulation, unter die, von Genetikern geforderten, Werte reduzieren können. Deshalb beachten wir, bei allen unseren Zuchttieren und der Planung von Verpaarungen, die Ahnentabellen über 10 Generationen. Wir wollen damit unser stabiles Fundament, für die Gesundheit und Agilität der Yven-Collies langfristig sichern. Auch wir können keine Garantie für die Gesundheit unserer Collies abgeben, aber wir unternehmen alles, dass sie optimale Grundlagen dafür haben.
Jeder Züchter würde noch so gerne, nur noch gesundheitlich perfekte Champions züchten. Da wir es jedoch mit Lebewesen zu tun haben, werden wir dieses ideale Ziel nie erreichen. Wir können nur alles daran setzen, durch eine ganzheitliche Sichtweise, überlegte und weitsichtige Verpaarungen, möglichst gute und gesunde Zuchtlinien hervor zu bringen. So werden die Argumente Gesundheit, Wesen, Schönheit für die Zucht zum Inhalt und nicht nur zu plakativen Schlagworten.

   

Inhalt der Unterkapitel:

  • Genetik
    Ganz kleine Einführung in die genetischen Grundlagen der Vererbungslehre
  • Selektion
    Die Zuchtauslese ist die Grundlage einer jeden Rassenzucht. Darin enthalten Selektionsarten, Inzucht, Linienzucht, Inzuchtdepression, Auskreuzung, Fremdzucht (Outcross).
  • CEA (Collie Ey Anomalie)
    Es handelt sich beim der CEA um keine KRANKHEIT, sondern um einen Augenanomalie, augelöst durch einen Gendefekt. Was ist CEA? Wie gefährlich ist CEA? Soll man den Genpool einer Rasse wegen einer Anomalie drastisch verkleinern?
  • HD - Hüftgelenksdysplasie
    Die Hüftgelenksdysplasie ist die häufigste Skelettentwicklungsstörung bei Hunden. Es sind Hunde aller Rassen in unterschiedlichem Masse von Ihr betroffen. Die Häufigkeit bei den Rassen ist sehr unterschied-lich und bewegt sich von 4% bis zu über 60% bei grosswüchsigen Hunderassen.
  • MDR1
    Es handelt sich beim MDR-1-Defekt NICHT um eine KRANKHEIT, sondern um einen Defekt in der Blut-Hirn-Schranke bei gewissen Medikamenten. Besonders bekannt wurde dabei die Ivermectin-Überempfindlichkeit der Collies
 

Link
Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie: Informationssystem für die Pharmakotherapie und klinische Toxikologie

     
     
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