Betrachtung und Berechnung des Ahnenverlustes und des Inzuchtskoeffizienten
Beim Ahnenverlust betrachtet man mindestens die letzten 5 Generationen eines Stammbaums, (bis zu den Ururgrosseltern). Er zeigt uns den Verlust der genetischen Vielfalt eines Collies. Nutzt ein Züchter die gesamte genetische Vielfalt, welche möglich wäre, würde das heissen, dass 62 verschieden Collies im Stammbaum vorkämen, was faktisch einer Fremdzucht gleich käme. Keine Hunde wären in den 5. Generationen miteinander verwandt. Der gesamte mögliche Genpool von 62 Tieren wurde voll ausgenutzt. Meistens sind dies in den Stammbäumen nicht 62 verschiedene Tiere, sondern einige der Vorfahren tauchen mehrmals im Stammbaum auf. So kann z.B. die Mutter gleichzeitig auch die Grossmutter sein. An der Häufung von gleichen Vorfahren kann man ablesen, wie eng die Inzucht von einem oder mehreren Züchter betrieben wurden. Zählt man in einem Stammbaum aus, wie viele verschiedene Tiere vorkommen und setzt dies ins Verhältnis zur Zahl der höchstmöglichen Vorfahren, so erhält man eine Vergleichszahl, die deutlich macht, wie ingezüchtet das zum Stammbaum gehörende Tier ist.
Bei Krösus von Inzucht sehen wir, dass eine Geschwisterverpaarung gemacht wurde. Wir haben somit von beiden Elterntieren dieselben Vorfahren. Dazu kommt, das schon vorher bei Lieschen von Genetik der Grossvater König von Genetik, sowohl beim Vater wie der Mutter vorkommt. So kommt es, dass von 62 verschiedene Hunden die ihre genetische Vielfalt hätten einbringen können, ganze 25 verwendet wurden. Setzt man nun diese 25 mit den 62 Möglichen ins Verhältnis so erhält man einen Ahnenverlust von 59.7%. Statt einer 100% genetischen Varianz nutzt unser Krösus nur 40.3 %.
Weiter kann man feststellen, welche Vorfahren ihre Gene am meisten einbrachten. Im Stammbaum von Krösus tauchen in den 5 Generationen Gunner von Altherr 8 mal, König von Genetik und Hexe von Genetik je 6 mal auf. Alleine diese 3 Hunde brachten ihre Gene 20 mal in die 5 Generationen ein.
Ahnenverlust bedeutet vor allem ein Verlust der genetischen Vielfalt. Das heisst, die Tiere haben mehr identische Genpaare, als dies bei der vollen Vorfahrenzahl der Fall wäre. Einerseits ist dies erwünscht, denn so können mehr Merkmale eines Tieres reinerbig weitergegeben werden. Andererseits besteht die Gefahr, dass defekte Gene nicht ausgeglichen werden können, bzw. ebenfalls reinerbig weitergegeben werden. Dies ist der Grund, warum ingezüchtete Tiere besonders kritisch in Zucht- und Liebhabertiere selektiert werden müssen. Genetische Fehler entstehen nicht durch Inzucht, sie können sich jedoch durch sie manifestieren und zum Vorschein, respektive zum Ausbruch kommen.
Mit dem Ahnenverlust Koeffizienten haben sie
ein einfaches Mittel in der Hand, den Inzuchtgrad einens Collies
festzustellen. Eine wesentlich genauere Berechnung ergibt
der Inzuchtkoeffizient. Mit seiner Hilfe lassen sich auch
kompliziertere Verwandtschafts-Verpaarungen berechnet. Für
den Züchter ist dies ein wichtiges Instrument bei der
Planung seiner Verpaarungen.
Die Förmel dafür lautet:
Fx =
ċ (0,5) hoch n1+n2+1 (1 + FA)
Dabei steht F für den Inzuchtkoeffizienten, x für das Individuum, n1 die Zahl der Generationen vom Vater zum gemeinsamen Vorfahren A und n2 für die Zahl der Generationen von der Mutter zum gemeinsamen Vorfahren A. ċ ist das Zeichen zur Summierung der Beiträge aller gemeinsamen Vorfahren.
Auch hier ist es wichtig dass man mindestens 5 Generationen vollständig berücksichtig. In der Praxis verwenden wir den Inzuchtkoeffizienten (abgekürzt COI) immer über 6 Generationen für externe Zuchttiere und den 10 Generationen COI bei den Eigenen.
Ein entsprechendes Beispiel an Hand von Krösus werden wir nachliefern. |