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| Kapitel 3: Die Anfänge der Collie-Zucht von 1868 bis 1899 |
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| "Old Cockie" (1868) |
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"Old Cockie" gilt als der Urvater des Rough Collies. Von ihm stammt das raue Haar und vor allem die bis dahin praktisch nicht vorhandene Sable Farbe. Seine satte, sable Farbe war eine absolute Seltenheit, bei den damaligen Hunden. Sein dichtes Fell war von vorzüglicher Beschaffenheit, auch die Unterwolle war sehr dicht. Er zeigte auch die Collietypischen weissen Abzeichen wie wir sie heute kennen und einen durchgehenden weissen Kragen. Atypisch gegenüber der heute bekannten Fellzeichnung des Collies waren die braun gesprenkelten Beine. Man findet das heute noch bei Sheltie oder beim Cocker Spaniel. Sein Kopf hatte ein vorzügliches Vorgesicht und gab ihm ein sehr sympathisches aussehen. Die Collietypischen Knickohren, waren für den heutige Standart etwas stark seitlich angesetzt. Sein Körper war kräftig gebaut, wobei über seine Grösse leider wenig überliefert ist, es gibt einzig den Hinweis, dass er etwas kleiner als sein Sohn Ch. Cocksie war. Von ihm weiss man dass er eine Schulterhöhe von 21 ½ in (entspricht ca. 54 cm) hatte. Leider gibt es nur Fotos welche ihn im Alter von etwa 10 Jahren zeigen. |
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"Old Cockie" in Jahre 1868 geboren und ab 1871 ausgestellt,
Im Alter von 10 Jahren |
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Die Stammbäume der meisten heutigen Rough Collies gehen auf ihn zurück. Einen grossen Anteil an diesem Umstand hat jedoch sein Enkel Charlemagnes, ein sable Rüde auf den wir später zu sprechen kommen. Dies ist umso erstaunliche, wenn man bedenkt, dass seine "Deckrüden-Karriere" erst mit etwa 8 Jahren begann und er recht wenig zum zur Fortpflanzung eingesetzt wurde.
Die Ausstellungserfolge von "Old Cockie" waren sagenhaft, ob er im Süden oder Norden von England antrat, er gewann praktisch immer. Er gewann 1870 in Maidstone den Major's Cup als bester Schäferhund unter 74 Konkurrenten. Seine eigentliche Karriere begann 1871 an der Ausstellung in Newcastle-on-Tyne, dort fiel er als ausserordentlich schöner Rüde mit einer seltenen Zobel-Farbe auf. Vier Mal gewann er in Birmingham (1871, 1872, 1873, 1875) davon zwei Mal den als Gesamt-Sieger (1872 und 1873). Bei seinem ersten Gesamtsieg an der Birmingham National Dog Show 1872, wurden 24 Schäferhund ausgestellt und "Old Cockie" holte seinen grossen Sieg unter dem Namen "Old Boy". Die über 40 Siege auf Ausstellungen zeigen, er war der Star auf den englischen Hundeausstellungen. Für seinen Besitzer war dies recht lukrativ, so erhielt der Gewinner einen Geldpreis von 7 Pfund. Eine enorme Summe, in einer Zeit, in welcher ein Arbeiter in der Woche ca. 1 ½ Pfund verdiente. |
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| "Old Cockie" in Jahre 1878,
eine der wenigen Fotografien vom Uhrvater unserer heutigen Rouge Collies. |
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Sein Besitzer, Herrn White aus Sherwood Rise in der Nähe von Notthingam, gab die Herkunft von "Old Cockie" nie bekannt. Deshalb bleibt die Herkunft dieses Collies, welcher als Urvater der Rasse Collie gilt, für immer ein Geheimnis. 1874, im Alter von 6 Jahren, verkaufte ihn dann Herr White und am 18. August 1875 wechselte "Old Cockie" anlässlich einer Versteigerung abermals den Besitzer. Herrn G. Dean Tomlinson, Birmingham, England ersteigerte ihn. Da seine Ausstellungskarriere bereits eine Weile beendet war, verkaufte er ihn gleich wieder an James Bissell weiter. Ein Glück für unsere Rasse, denn er war der erste Züchter, welcher die Qualitäten von "Old Cockie" auch für die Zucht einsetzen wollte. Er sollte für seinen "Great Bar" Zwinger der Grundstein für eine erfolgreiche Nachzucht werden. In seinem Zwinger hatte er bereits die Hündin Meg. Sie war eine Tochter von "Old Cockie's" grösstem Widersacher im Ring, von "Old Mec". Die tricolor Hündin hatte von ihrem Vater die Gute Fellqualität geerbt und die leider etwas schlechteren Eigenschaften seines Kopfs. Von der Mutter Clyde hatte sie die tief schwarze Farbe mitbekommen. Im Jahr 1876 verpaarte er "Meg" mit den neu erworbenen Star "Old Cockie". "Maude" taufte er dann die beste Hündin aus dieser Verpaarung. Eine echt schöne Dark-Sable Hündin, welche von ihrem Vater die überragende Fellqualität mitbekam. Der Kopf war etwas kurz, aber vom Typ her stimmte er. Ein Makel waren jedoch die leider etwas kurzen Beine. Von "Old Cockie" wurden 14 direkte Nachkommen ins englische Zuchtbuch eingetragen, welche alle Zobelfarbig (Sable) waren. Er verlebte bei James Bissell einen ruhigen und wie überliefert verwöhnten Lebensabend, bis er dann im Jahre 1882, im stolzen Alter von 14 Jahren verstarb. |
| "Old Mec" (1870) |
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1871 wurde "Old Cockie" von einem zwei Jahre jüngeren Rüden im Ausstellungsring auf den zweiten Platz verwiesen. "Old Mec", im Besitz von Herr John Henshel, konnte diesen Sieg bewerkstelligen. Dieser eher überraschende Sieg, liess die Ausstellungs-Szene natürlich aufhorchen. War da ein neuer Collie-Star geboren? Wie die weiteren Ausstellungen dann zeigten, war es wohl eher eine etwas "seltsame" Entscheidung eines Richters, diese soll ja damals schon gegeben haben. "Old Mec" hatte nicht die Klasse seines grossen Konkurrenten. In den folgenden Wettkämpfen, hatte dann "Old Cockie" , sicher berechtigterweise, in den meisten Fällen die Nase wieder vorne. "Old Mec", im Jahr 1870 geboren, war schwarz-markenfarbig, mit einer weissen Brust und einer schmalen weissen Blesse. Er hatte ein dichtes Fell welches weich und wellenförmig gestrichen war, der Kopf hatte ein eine sehr gute Länge aber sein Ausdruck lies etwas zu wünschen übrig. Er wirkte etwas verdrossen und bei weitem nicht so freundlich wie "Old Cockie" . "Old Mec" wurde dann auch öfter in der Zucht eingesetzt und man findet ihn ebenfalls, häufig am Anfang der Ahnentafel heutiger Collies. Wie bei "Old Cockie" weiss man über seine Herkunft ebenfalls wenig, es ist nur überliefert, dass er von Peter Garrard gezüchtet wurde. Sein Vater war Mr. Hasletts Rüden und die Mutter eine schottischen Hündin von Mr. Gerrards. |
Lord Sewallis Evelyn Shirley
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Die Anfänge der eigentlichen Collie-Zucht, sind bei dem grossen englischen Hundezüchter, Herr Sewallis Evelyn Shirley ( Lord of the Manor of Ettington - geboren: 15. Juli 1844 ) zu finden. Lord Shirley war einer der Gründer des an 4. April 1873 ins Leben gerufenen Kennel Clubs und bekleidete dort das Amt als erster Sekretär. Er war da erst 29 Jahre alt, hatte sich aber bereits einen guten Ruf als Züchter und Aussteller von Jagdhunden auf seinem englischen Gut bei Stratfordon-Avon erworben (die Shakspere-Stadt liegt in der Nähe von Birmingham). Er gilt als der Begründer der Flat-coated Retriever Zucht. 1898 wurde der Flat-coated Retriever vom Kennel Club als Rasse anerkannt und war bald einer der beliebtesten Apportierhunde in England. Lord Shirley führte auch die Standards und Stammbücher ein. Nachdem er nach auf sein Gut Lough Fea in Irland übersiedelte, faszinierten Ihn die irischen Arbeitscollies, die seit Generationen in dieser Region rein gezüchtet wurden.
Mit Lord Shirley nahm sich wohl einer der besten Hundezüchter des Collies an. Seine fundierten kynologischen Kenntnisse hatten sicherlich einen grossen Einfluss das sich der Collie so schnell vom eher profanen Hirtenhund zum Schönheitsideal entwickelte. Er züchtete mit "Trefoil" einen Collie den man wohl zu den wichtigsten der Rasse zählen muss. Alle heutigen Collies, weltweit, haben Ihn ganz am Anfang ihrer Stammbäume. Im Gegensatz zu "Old Cockie" und *Old Mec", welche eher Zufallsprodukte waren und auch nie eine Zuchtbuchnummer hatten, wurde *Trefoli" von Lord Shirley ganz bewusst gezüchtet. Er gilt als erster Rassenreiner Collie, mit der Zuchtbuchnummer 4523. Im Alter von 59 Jahren, am 7. März 1904, verstarb Lord S.E.Shirley. Er war Aristokrat, Politiker, eine hoch angesehen Person im Kennel-Club, aber vor allem ein Vollblut-Züchter der ersten Stunde. Unsere Rasse hat ihm sehr viel zu verdanken.
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Lord of the Manor of Ettington
Sewallis Evelyn Shirley - born: 15. Juli 1844
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| "Twig" |
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Die irischen Arbeitscollies eroberten das Herz von Lord S.E.Shirley und obwohl er sich dem Aufbau der Rasse Flat-coated Retriever verschrieben hatte, wurde sein Interesse an den flinken Collies immer grösser. Besonders angetan war er von einer Hündin Namens "Bess". Sie war schwarz-markenfarbig mit einem weissen Kragen. Eine wunderschöne Hündin mit einem goldenen Wesen und einem unglaublichen Hütetrieb, der sie zu einer der besten Hütehunde Irlands machte. "Bess" gehörte Herr Glasby aus Carrickmacross, eine Kleinstadt zu der Shirley's Gut, Lough Fea , politisch gehörte. Sie war eine Tochter von Mr Byrnes "Ratter" und einer "Bess" im Besitz von Mt. Watts. Diese zweite Bess war die Tochter eines Rüden von Lord Shirley's Schäfer J. Smith und einer Hündin von Herr T. Johnson aus Carrickmacross .
Als dann "Bess" (von Herr Glasby) 1870 vom Rüden von Mr. McCalls Namens "Shep" gedeckt wurde musste Shirley einen der Welpen haben. Denn die "Shep"-Linie geht zurück auf Collies eines Sir G. Foster, dem Angehörigen einer bekannten Farmerfamilie im Gebiet Louth. Diese Linie brachte meist vorzügliche Hütehunde hervor und in Verbindung mit Glasby's "Bess" waren aussergewöhnliche Welpen vorprogrammiert. Mit "Shamrock", wie er ihn nannte, begann Lord S.E.Shirley,
aktiv in die Collie-Zucht einzugreifen. "Shamrock" wurde auch ins Zuchtbuch eingetragen und erhielt die Nummer 2897. Alles deutet darauf hin, dass Lord Shirley's Schäfer J. Smith mit der Collie-Zucht betraut wurde. Denn sowohl "Shamrock's" Sohn, "Old Twig" wie auch sein Enkel "Twig" waren auf den Namen von J. Smith eingetragen. Es machte auch durchaus Sinn, denn Hunde aus einer solch guten Hütelinie, müssen im täglichen Arbeitseinsatz mit Schafen eingesetzt werden, sonst verkümmern sie.
Über das Aussehen von Twig ist leider sehr wenig bekannt ausser dass er ein etwas kleiner, schwarz-markenfarbiger Collie war. Es musste jedoch ein Hund mit einem grossen Zucht-Potenzial gewesen sein, ansonsten hätte ihn Lord Shirley nicht für eine klassische Linienzucht eingesetzt. So wurde 1873, Herr Glasby's "Bess" mit ihrem Urenken "Twig" gedeckt. Aus dieser Verpaarung kam dann der g rossen " Trefoil " auf die Welt . auf den all e unsere heutigen Collie Champions, in direkter Rüdenlinie zurückgehen. Im Zuchtbuch steht: Rasse Langhaar Collie/Schäferhund Geschlecht Rüde. Züchter: Mr. Smith für Mr. Shirley, Kennel Club Stud Book No 4523 Vol 2, Geburtsdatum 19.3.1873, Besitzer. Mr. Shirley Lough Fea , Carrickmacross Ireland .
Dass der Erfolg dieser Verpaarung kein Zufall war, zeigte die Wurfwiederholung,
zwei Jahre später (1875), welche "Tartan" und "Tricolor" hervorbrachte . Zwei Collie's mit irischen Wurzeln, die ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf die Rasse hatten. |
| "Trefoli" (1873) |
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Für die Collie-Zucht, ist meiner Meinung nach, ist der 19.03.1873 einer der wichtigsten Tage überhupt. An diesem historischen Tag kam ein tricolor Rüde namens "Trefoil" zur Welt. Im Gegensatz zu dem immer wieder hoch gepriesen Urvater des Collies "Old Cockie" kennt man seine Herkunft sehr genau. Sowohl "Old Cockie" als auch "Old Mec" waren beide eher Zufallsprodukte deren Herkunft im Grossen und Ganzen unbekannt sind. Ganz anders "Trefoil", er war das Produkt, einr langfristig geplanten Verpaarung vom erstklassigen Hütehunde. Für die Zuchtstrategie war wohl Lord S.E.Shirley zuständig, die Ausführung übernahm dann sein Schäfer Mr. Smith. Ersterer Experte in der Hundezucht, letztere der Praktiker welcher die Anforderungen an einen Schäferhund nur zu gut kannte. "Trefoli" ist entstanden aus einer klassischen Linienzucht, unter Wahrung eines kleinen Inzuchtfaktors (COI = 6.25%) durch das Rückkreuzen, mit der überragenden Hündin "Bess" von Herr Glasby. So war "Bess" sowohl die Ururgrossmutter von väterlicher Seite, wie auch Mutter von "Trefoil". Schon vor über hundert Jahren, wurde mit der Linienzucht-Regel vom 3 Generationen Abstand, wie es und Maria Teresa Garabelli gelernt hat, gearbeitet. Für eine gesunde Zuchtlinie, hält man sich an diese Faustregel und die Ausrede "da wurde früher immer enger gezüchtet" widerlegt schon der Erste, bewusst auf Erfolg gezüchtet Collie. |
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Pedigree of Trefoil
(6-Generation COI = 6.25%)
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Parents
| GrandParents
| G-GrandParents
| G-G-GParents
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Twig (mr Smiths) (Sire)
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Old Twig
| Shamrock 2897
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Shep (Mr. Mccalls)
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Bess (Mr. Glasbys)
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Help
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Bess (Mr. Glasbys) (Dam)
| Rattler (Mr. Byrnes)
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| Bess (Mr. Watts - 1867)
| Working Colley Of Mr Smith
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| Working Colley Of Mr Johnson
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Links sehen sie das einzige bekannte Bild von "Trefoil " , es wurde am 30 . Mai 1874 in der Fanciers Gazete abgedruckt mit folgendem Begleittext:
"Wir sind derart beeindruckt von der herausragenden Qualität von Mr Shirleys Rüden Trefoil, den wir auf der Northampton Show sahen, dass wir darum baten. ein Portrait vom lebenden Tier zeichnen zu dürfen, das wir hier abdrucken. Trefoil ist ein recht junger Hund, gerade etwas über 12 Monate alt, und stammt von einer sehr alten und reinen Linie, die Mr Shirley seit geraumer Zeit besitzt. Er ist grösser als seine Eltern, sein Vater Twig ist ein kleiner, schwarz-markenfarbiger Hund. seine Mutter Bess, schwarz-markenfarbig mit Weiss. Als sie jung war und ehe sie ihren Glanz verlor. kann man sich kaum einen hübscheren und besseren Hund vorstellen. Trefoil selbst ist sehr intelligent und hat ein wundervolles Wesen. Wir möchten hinzufügen, dass er regelmässig bei einer grossen Herde arbeitet, und sollten jemals Preise für Schönheil und Leistung bei Schäferhunden vergehen werden wie bei den Pointern und Settem, dann wird er sich als überragender Wettbewerber erweisen.' |
"Trefoil" war ein sehr gut gebauter kräftiger Collie Rüde, hinten leicht "Kuhhässig". Er hatte ein fröhlich es und lebhafte s Wesen, einen gutem Kopf, gutem Auge und gut getragenen Ohren. Sein dreifarbiges Fell war zwar nicht so dicht, aber er besass sehr lange Haare, welche im Brustbereich fast bis zum Boden reichten. Eine Qualität, welche er auch seinen zahlreichen Nachkommen vererbte. Sein langes Haar war, gemäss Überlieferung, nicht so Wasserabstossend, wie man es damals von den Collies gewohnt war. Ein sicherlich interessanter Hinweis, dass in der Collie Zucht schon sehr früh, die Schönheit eine sehr hohe Priorität hatte. Auf ihn führt man vor allem die langen Haare und tricolor Farbe zurück. Wir verdanken ihm da s üppige , lange Fellkleid was de n Collie heute besonders auszeichnet . Hugh Dalziel Veterinär und Verfasser de Buches "The Collie" (1904) beschrieb ihn als : "Vorkämpfer seiner Zeit in gutem Aussehen und echte Collie Qualitäten."
Er kam 5 Jahre nach "Old Cockie" auf die Welt , aber er war der eigentliche Startschuss für die Entwicklung der Collie-Zucht . Seine Ausstellungserfolge begannen in Birmingham 1874. dort wurde er erstmals von Lord S. E. Shirley vorgeführt und er gewann auf Anhieb. Diesem Sieg folgten danach noch zahlreiche, aber die grössten Erfolge erreichte er dann als Zuchtrüde. Es gibt weltweit |
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| Hugh Dalziel Buch "The Collie" (1904) |
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keinen Champion, welcher ihn nicht am Anfang seines Pedigrees hat. Alle Collie-Champions haben ihn als Ur-Vater. Dies, dank einer unglaublich erfolgreichen Nachzucht welche er hervorbrachte. Er war gemessen an den Erfolgen seiner Nachkommen, der beste Zuchtrüde aller Zeiten. Vor allem das vorzügliche Fell vererbte er seinen Nachkommen weiter die meisten trugen auch dasselbe lange Fell, welches ihn so auszeichnete. Sein wohl berühmtester direkter Sprössling war der erfolgreiche Ch. "Charlemagne". Ein weiterer direkter Nachkomme war "Sefton" (1884), dieser errang zwar keine grossen Ausstellungserfolge, wurde jedoch als Vater des berühmten "Metchley Wonder" bekannt. Auch hier sieht man, was "Trefoil" für ein überragender Zuchtrüde war.
Durch den Erfolg von "Trefoil" ermutigt, wollte es Lord S.E.Shirley genau wissen und machte 1875 eine Wurfwiederholung mit "Twig" und "Bess". Daraus entstanden die beiden Rüden " Tricolour " und "Tartan". " Tricolour " hatte ein Schwarz, Weiss und Tan farbenes Fell - "Tartan" war Schwarz und Tan gefärbt. Es wurde zwar keiner so erfolgreich wie ihr älterer Bruder, aber als Zuchtrüden standen sie ihm in nichts nach. Die beiden Top Vererber, welche der Rasse ebenfalls viel brachten, zeigten, dass "Trefoli" kein Zufallsprodukt war, sondern das Ergebnis einer überlegten Zuchtstrategie. |
| "Scot" (1873) |
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Die Anfänge der Zucht mit dem dritten Farbschlag das Collies, verdanken wir einer grossen englischen Züchterpersönlichkeit, Herr W.P.Arkwright. Er widmete viele Jahre seines Lebens, der Zucht des Blue Merles. Seiner unermüdlichen Schaffenskraft verdanken wir, dass der bluemerle Collie nicht wie der Weisse-, der Schwarze- und der Rotkopf-Collie aus der Zucht verbannt wurden. Grau galt im neunzehnten Jahrhundert als zu gewöhnlich, so dass der bluemerle Collie sehr wenige Förderer hatte, da in den Anfängen praktisch keine Aussicht auf Ausstellungserfolgen bestand. Wie unpopulär die Farbe zu beginn der Colliezucht war, zeigt auch die Bemerkung von Hugh Dalziel in seinem |
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Der Blue-Merle Rüde "Scot" wurde 1873 geboren |
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bereits oben erwähnten Buch "The Collie", in dem er zu den Bluemerls schreibt: "Sie scheinen eher Zufallsprodukte oder Launen der Natur zu sein, als etablierte Linien, die ihresgleichen hervorbringen." So dauerte es bis ins Jahr 1888, bis der erste bluemerle Collie die begehrte "Collie Club's Challenge Trophy" gewann. Gerechter weise schaffte dies ein Collie aus der Zucht von Herr W.P.Arkwright. Der erste bluemerle Champion gab es dann erst 21 Jahre später, im Jahre 1909.
Doch zurück ins Jahr 1873, in diesem Jahr wurde der bluemerle Rüde "Scot" geboren. Er gehörte Herr Brackenburg, leider ist über die Abstammung von "Scot" nichts bekannt. "Scot" wurde an einer Ausstellung in England, welche auch von Herr W. Arkwright besucht wurde, vorgeführt Herr W. Arkwright war fasziniert von "Scott". Er war der erste Langhaar bluemerle Collies den er bisher gesehen hat. Die blumerle Farbe war bis zu diesem Zeitpunkt praktisch den Kurzhaar Collies vorbehalten. Herr W.P. Arkweight beschrieb "Scot" wie folgt: "Sein Fell war hell silber-blau , mit wunderschönen wolkenartigen schwarzen Flecken, weisse Halskrause, Mähne, Blesse, Pfoten und Rute; das Gesicht und Vorderläufe umrahmt von leuchtendem Rot. Er hatte ein blaues Auge (chian eve)". "Scot" besass keine |
Ahnentafel, war aber registriert mit der Farbbezeichnung "grau, lohfarben und weissem, Porzellanauge". Es gibt Quellen, welche Trefoil als Vater ausweisen. Scot war ziemlich gross für seine Zeit und hatte einen gröberen Kopf mit runderen Augen als erwünscht, und sein Fell tendierte zur Welle. Arkweight war so begeistert von Ihm, dass er ihn vom Fleck weg kaufen wollte. Da Brackenburg seinen Rüden auf keinen Fall verkaufen wollte, so musste Arkweight einen andern Weg suchen, um an Scot's Blut zu kommen. Er konnte sich mit Brackenburg einigen, dass er seine Hündin Russett mit "Scott" decken konnte. Die Hündin "Russett" hatte eine seltsame Farbe, die Arkweight als "red grizzle" bezeichnete. Diese Verpaarung gilt als Grundstein für alle heutigen bluemerl Zuchtlinien.
Aus diesem Wurf wurde die Hündin "Blue Stocking " für die Weiterzucht ausgewählt. |
| "Meg" (1875) |
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Herr James Bissell muss als Collie-Züchter der ersten Stunden besonders erwähnt werden. Ihm ist das zusammenführen des ersten erfolgreichen Collie-Blutes zu verdanken. So züchtet er aus der Verpaarung mit seiner Hündin "Clyde" und " Old Mec " die 1975 geborene Hündin "Meg". Noch im selben Jahr verpaarte er " Meg" mit seine neu erworbenen Rüden "Old Cockie" und behielt die Hündin "Maude" in seine Zucht. Er kreuzte so das Blut der beiden damals erfolgreichsten Ausstellungs-Rüden in seine Zuchtlinien. Die Hündin "Meg" gab er dann an die Gebrüder Charles weiter, welche sie erfolgreich an Ausstellungen präsentierten. Die beiden Brüder bauten den berühmten Zwinger "Wellesbourne" auf und "Meg" wurde eine ihrer Stammhündinnen und Grundlage ihres späteren Erfolgs. Leider verstarb einer der Brüder sehr früh und Herr Williams Charles führte die Zucht alleine weiter. Aus dieser Zucht entwickelten sich einige bekannte Collies. Einer der berühmtesten und in vielen Ahnentafeln zu finden ist der Ch. "Wellesbourne Conqueror". |
| "Maude" (1875) |
Die ersten Erfolge von "Trefoil" bekam natürlich auch James Bissell mit. Dies stachelte natürlich seinen züchterischen Ergeiz an und er musste dieses Blut auch in seinen Linien haben, zumal die "Trefoil"-Linie fast ein Garant für langes Haar war. Er scheute den Aufwand nicht, seine Hündin "Maude", welche bereits das Blut von "Old Cockie" und "Old Mec" in sich trug, quer durch England nach Irland, in den Kennel von Lord S.E.Shirley zu schicken. Dies war damals noch mit einem riesigen Aufwand verbunden, doch Bissell war ein Vollblut-Züchter, welchem die Rasse Rough Collie durch seine kompromisslose Zuchtstrategie viel verdankt. Seine Weitsichtigkeit zeigt sich auch in der Auswahl des Rüden. Er verwendete nicht "Trefoli", welcher schon einige Male im Zuchteinsatz war, sondern seinen jüngeren Bruder "Tartan". Aus diesem Wurf entstammen zwei erfolgreiche Hündinnen. Zum einen die tricolor Hündin "Watch" welche er in den Zwinger Herr M.C. Ashwin verkaufte und zum andern eine sable Hündin, mit Namen "Lorna", welche Bissell in seiner eigenen Zucht behielt. Diese "Lorna" kreuzte er dann mit ihrem Grossvater "Old Cockie" auf seine Linie zurück und erhielt daraus den Rüden "Wolf" welcher später der Vater des Multichampion "Rutland" werden sollte.
Fast vier Jahre später, begeistert von "Maude's" Nachwuchs, schickte James Bissell sein Hündin nochmals zu Lord S.E.Shirley. Diesmal liess er sie von "Trefoil" decken. Am 4 Januar 1879 warf sie dann 6 gesunde Welpen. Es sollte einer der grandiosesten Würfe in der Geschichte des Collies werden. 3 Welpen aus diesem Wurf sollten die Colliezucht entscheidend beeinflussen und gelten heute als das Fundament des modernen Rough Collie. Es waren dies der Rüde "Trevor", die Hündin "Effie" und der berühmte Champion "Charlemagne". Unglaublich was die Hündin "Maude" der Rasse Rough Collie geschenkt hat. Sie und "Bess" sind die Urmütter des Rough Collies und hatten wohl mehr Einfluss auf die Rasse, als jeder der grossen Collie-Rüden.
Dieser Sachverhalt zeigt ganz deutlich, gesprochen und hochgejubelt werden vor allem die grossen Rüden, aber die eigentliche Zuchtsubstanz bilden die Hündinnen. Für den Erfolg einer Zucht sind vor allem SIE massgebend, ihre Klasse ist die Grundessenz einer jeden erfolgreichen Zuchtlinie. Einen guten Rüden kann man sich jederzeit kurzfristig in eine Zuchtlinie holen, aber eine gute Zuchthündin ist ein Juwel, das gepflegt und gehegt werden will. Sie ist entscheidend für den Erfolg einer Züchtstätte. Das war vor über hundert Jahren schon so und wird auch in Zukunft so bleiben.
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| "Tomlinson's Scott" (1876) |
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Der wahrscheinlich beste direkte Nachkomme von "Old Cockie" war sein Sohn "Scott", der Mr. Tomlinson gehörte. Von "Tomlinson's Scott" ist überliefert, dass er ein sehr symmetrisches, dichtes Fellkleid hatte, mit einer leuchtenden sable Farbe. Zwar war das Fell nicht sehr lang aber er hatte eine herrliche Mähne mit einer durchgehenden weissen Halskrause. Der Körperbau war Excelent, mit kräftigen Läufen und Pfoten welche ihm ein vorzügliches Gangwerk verliehen. Sein Kopf war wunderbar geformt und er hatte sehr gut angesetzte Kippohren. Wäre er nicht unglücklicherweise mit kochendem Wasser verbrüht und entstellt worden, hätte er sicher ein glorreiche Ausstellungskarriere vor sich gehabt. Er gab seine tollen Eigenschaften glücklicherweise seinen Kindern weiter. Der berühmteste Nachfahre ist sicher "Duncam", der Urgrossvater von Ch. Metchley Wonder. Durch ihn findet man "Tomlinson's Scott" in den meisten Pedigree's erfolgreicher Ausstellungs-Collies der Neuzeit. |
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